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Prozess nach Landeunfall auf der Wasserkuppe mit drei Toten | BR24

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Prozess nach Landeunfall auf der Wasserkuppe mit drei Toten

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    Prozess nach Landeunfall auf der Wasserkuppe mit drei Toten

    Nach einem tödlichen Unfall auf der Wasserkuppe in der Rhön vor drei Jahren startet am Dienstag der Prozess im hessischen Fulda. Ein Pilot hatte bei der Landung mit seiner Maschine eine Mutter und zwei Kinder getroffen und tödlich verletzt.

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    Von
    • Norbert Steiche

    Nach einem tödlichen Landeunfall auf der Wasserkuppe in der Rhön mit drei Toten muss sich ab Dienstag ein 58-jähriger Mann vor dem Landgericht Fulda wegen Fahrlässiger Tötung verantworten. Der Mann wollte laut Staatsanwaltschaft am 14.10.2018 mit drei Fluggästen an Bord von Mannheim kommend mit einer einmotorigen Cessna 172 auf dem Flugfeld der Wasserkuppe landen. Dabei setzte er mit der Maschine viel zu spät auf, durchbrach eine Schranke, überquerte eine unmittelbar dahinter verlaufende Straße und prallte mit laufendem Propeller auf dem danebenliegenden Fußweg mit einer Mutter und ihren beiden Kindern aus dem Main-Kinzig-Kreis zusammen.

    Maschine soll überladen gewesen sein

    Dabei starben die 39-Jährige Mutter sowie ihre 12-jährige Tochter und ihr 11-jähriger Sohn noch an der Unfallstelle. Dem Piloten wird unter anderem vorgeworfen, dass seine viersitzige Maschine bei dem Flug überladen war. So soll das Zuladegewicht um 32 Kilogramm überschritten gewesen sei. Weiter soll der Angeklagte den Landeanflug verkürzt und die Cessna mit 130 Stundenkilometern und damit fast dem Doppelten der erlaubten Landegeschwindigkeit in den Endanflug gebracht haben. Laut Staatsanwaltschaft entschloss sich der Mann beim Schweben über der Landebahn viel zu spät zu einem Durchstartmanöver.

    Landung hinter der Piste

    Bei der ansteigenden Landebahn hatte er offenbar schon so viel Geschwindigkeit verloren, dass ein Durchstarten nicht mehr möglich war. Die Maschine schlug laut Staatsanwaltschaft erst 70 Meter nach Pistenende und 17 Meter vor der querverlaufenden Straße mit dem Hauptfahrwerk auf. Dem Mann wird auch vorgeworfen, seine Sorgfaltspflicht als Pilot verletzt zu haben. Am Unfalltag war das Wetter am Landeplatz auf der Wasserkuppe gut.

    Berg der Flieger

    Die Wasserkuppe gilt als der "Berg der Flieger“. An guten Tagen ist die Wasserkuppe ein wahrer Besuchermagnet. Seit dem Unfall dürfen auf dem Flugfeld der Wasserkuppe allerdings nur noch Piloten landen, die binnen drei Jahren hier drei Landungen durchgeführt haben. Ansonsten ist eine Einweisung erforderlich. Für den Prozess sind insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt.

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