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Prozess nach A7–Brückenbau-Unglück: Gutachter haben ausgesagt | BR24

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Im Prozess um den Einsturz der Schraudenbachbrücke am Landgericht Schweinfurt werden Sachverständige gehört. Unser BR-Reporter Norbert Steiche hat die Anhörung verfolgt.

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Prozess nach A7–Brückenbau-Unglück: Gutachter haben ausgesagt

Vor dem Landgericht Schweinfurt wird nach dem Brückeneinsturz von Schraudenbach der Prozess fortgesetzt. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung sind drei Ingenieure angeklagt. Nun haben die Gutachter als Zeugen ausgesagt.

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Am vergangenen Prozesstag zum Brückenbau-Unglück an der A7 bei Schraudenbach sagten vor dem Landgericht Schweinfurt als Zeugen unter anderem ein Polier der Baufirma und ein Mitarbeiter des für Lieferung, Aufbau und Planung zuständigen Unternehmens aus. Nun waren die Gutachter als Zeugen an der Reihe.

Keine klare Festlegung über Schuld oder Unschuld

Die siebenstündige Gutachteranhörung ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Die Gutachterin wollte sich vor Gericht nicht festlegen, ob den Angeklagten konkrete Fehler vorzuwerfen sind. Darüber war die Nebenklage verwundert, denn: im schriftlichen Gutachten spreche die Expertin von klaren Fehlern bei der Statik des Tragegerüsts. Am nächsten Prozesstag wird der zweite Gutachter gehört.

Prozess gegen drei Ingenieure

Anfang November war der Prozess gegen die drei Ingenieure gestartet. Den 45-, 47- und 56-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, die Statik eines Traggerüstes nicht ausreichend geprüft zu haben.

Am 15.6.2016 war bei Betonierungsarbeiten für eine neue Brücke das Traggerüst eingestürzt. Laut einem Gutachten hatte eine Gerüststütze versagt. Sie war für sogenannte Horizontalsteifigkeit nicht ausreichend stark ausgelegt. So wurde dieses Element instabil und es kam zum Einsturz der gesamten Traggerüstkonstruktion.

Ein Toter und 14 Verletzte bei Einsturz

Das Traggerüst der Brücke brach unter dem Gewicht von 1.500 Tonnen Beton zusammen. Beim Einsturz wurden 13 Bauarbeiter rund 22 Meter tief mitgerissen. Ein 38-jähriger Arbeiter kam dabei ums Leben, drei Bauarbeiter wurden lebensgefährlich, sechs schwer und drei leicht verletzt. Zudem wurden zwei Arbeiter am Boden leicht verletzt.