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Prozess: Mutmaßlicher Neonazi verletzt Zeitungszusteller | BR24

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Ein mutmaßlicher Neonazi muss sich vor dem Münchner Amtsgericht verantworten. Er soll vergangenen August einen Zeitungszusteller attackiert und verletzt haben.

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Prozess: Mutmaßlicher Neonazi verletzt Zeitungszusteller

Ein mutmaßlicher Neonazi muss sich vor dem Münchner Amtsgericht verantworten. Er soll vergangenen August einen Zeitungszusteller attackiert und verletzt haben.

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Vor dem Amtsgericht München wird heute ein Fall von rechter Gewalt verhandelt. Ein Mann soll einen Zeitungszusteller attackiert haben. Das Opfer des rassistischen Angriffs, ein 37-jähriger Mann aus Indonesien, war am frühen Morgen im Münchner Stadtteil Obermenzing mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit.

Unvermittelt soll sich der Angeklagte ihm in den Weg gestellt und erklärt haben, er sei Arier und Neonazi. Nach einem kurzen Wortwechsel soll er den Zeitungszusteller unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben – so heftig, dass der Mann zu Boden stürzte und zwei Tage lang arbeitsunfähig war.

Angstzustände des Opfers

Bis heute leide er unter Angstzuständen, sagt der 37-Jährige, und nehme jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit, aus Furcht, dem mutmaßlichen Täter zu begegnen, der nur wenige hundert Meter vom Wohnhaus des Opfers entfernt wohnt. Von der Polizei fühlte sich der Indonesier nicht ernst genommen. Mithilfe der Opferberatungsstelle Before erstattete er schließlich Strafanzeige, so dass dem mutmaßlichen Täter nun der Prozess gemacht wird.

Angeklagter aus extrem rechter Szene

Nach Informationen des BR ist der Angeklagte in der extrem rechten Szene aktiv und beteiligte sich unter anderem an Veranstaltungen der Neonazipartei "Dritter Weg". Gestern Abend versuchte er sich Zutritt zu einer Informationsveranstaltung über Antisemitismus im Münchner Rathaus zu verschaffen, wurde jedoch erkannt und des Saales verwiesen.