BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Prozess im Fall "Maria Baumer": Plädoyers stehen an | BR24

© BR

Baumer Prozess: Plädoyers geplant

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Prozess im Fall "Maria Baumer": Plädoyers stehen an

Am Regensburger Landgericht kommt der Prozess um den mutmaßlichen Mord an Maria Baumer seinem Ende wieder näher. Heute soll das Gutachten einer psychiatrischen Sachverständigen vorgestellt werden - dann folgen vermutlich auch schon die Plädoyers.

Per Mail sharen

Im Prozess um den mutmaßlichen Mord an der Oberpfälzerin Maria Baumer stehen heute ein Gutachten und die Plädoyers an. Einen letzten Beweisantrag der Verteidigung hatte das Schwurgericht abgelehnt, damit kann der Prozess voraussichtlich kommende Woche zu Ende gehen.

Frage nach Schuldunfähigkeit steht im Raum

Bevor Staatsanwaltschaft und Verteidigung das Wort ergreifen, ist heute zuerst noch das Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen geplant. Sie hatte den Prozess beobachtet und in den vergangenen Wochen im Gefängnis längere Gespräche mit dem Angeklagten geführt.

In ihrem Gutachten könnte auch die Frage nach einer Schuldunfähigkeit oder allgemeine psychische Störungen des angeklagten früheren Verlobten von Maria Baumer behandelt werden. Laut Anklage soll er Maria Baumer an Pfingsten 2012 mit einem Medikamentenmix heimtückisch ermordet haben - nachdem er zuvor unter anderem im Internet nach der tödlichen Dosis eines der Medikamente und nach "der perfekte Mord" gesucht haben soll.

Angeklagter hat Leiche im Wald vergraben

Der Angeklagte bestreitet, dass er seine damals 26-jährige Verlobte getötet hat. Laut einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung habe er die Medikamente zwar an seinem Arbeitsplatz im Regensburger Bezirksklinikum entwendet. Jedoch habe Maria Baumer die an ihren sterblichen Überresten nachgewiesenen Medikamente Tramadol und Lorazepam selbst eingenommen.

Er habe dann morgens bemerkt, dass sie tot sei und sei dann in Panik geraten, so der Angeklagte weiter. Um seinen Medikamentendiebstahl zu verheimlichen, habe er Maria Baumer in einem Wald im Landkreis Regensburg verscharrt. Die Leiche habe er mit einem Branntkalk-Gemisch überschüttet, damit sich keine wilden Tiere an ihr zu schaffen machen. Wie Sachverständige im Prozess aussagten, führte das Branntkalk-Gemisch in Verbindung mit Wasser zu einer chemischen Reaktion. Durch Temperaturen von über 400 Grad Celsius wurde die Leiche weitgehend zersetzt.

Betäubung anderer Frau gestanden

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seine Spuren verwischen wollte. Auch ansonsten hält sie die Einlassung des Angeklagten im Prozess für unglaubwürdig. Als Indiz führt sie unter anderem an, dass der Angeklagte in einem anderen Verfahren bereits die Betäubung einer Frau mit dem Beruhigungsmittel Lorazepam gestanden hatte. Der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft hat deshalb bereits angekündigt, in seinem Plädoyer am Mordvorwurf aus der Anklage festzuhalten.

Urteil in einer Woche erwartet

Der Frankfurter Wahlverteidiger des Angeklagten plant dagegen, für seinen Mandanten einen Freispruch zu fordern. Sollten die Plädoyers komplett gehalten werden können, wird das Gericht das Urteil voraussichtlich eine Woche später, also am 6. Oktober, verkünden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!