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Prozess gegen Taxifahrer wegen versuchten Mordes neu aufgerollt | BR24

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Taxi - Symbolbild

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    Prozess gegen Taxifahrer wegen versuchten Mordes neu aufgerollt

    Am Landgericht München ist der Prozess gegen einen ehemaligen Münchner Taxifahrer wegen versuchten Mordes an einem Fahrgast neu aufgerollt worden. Er hatte einen betrunkenen Fahrgast nach einem Streit um 6,50 Euro überfahren und liegen gelassen.

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    Ein Streit um 6,50 Euro, ein wütender Taxifahrer - und ein schwer verletzter Fahrgast. In München ist ein Prozess um versuchten Mord neu aufgerollt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im Jahr 2017 einen betrunkenen Kunden erst an- und dann überfahren zu haben. Er hatte vorher mit dem Fahrgast um den Fahrpreis von 6,50 Euro gestritten. Den Mann soll er auf der Straße liegen gelassen haben. Er wurde schwer verletzt von einer Polizeistreife gefunden.

    Versuchter Mord durch unterlassene Hilfeleistung?

    Eine andere Kammer des Landgerichtes hatte den Angeklagten im Oktober 2018 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Den Vorwurf des versuchten Mordes sah das Gericht damals nicht belegt. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Revision ein. Im September 2019 hob der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe das Urteil auf und verwies den Fall zur Neuverhandlung an das Landgericht zurück. Aus Sicht des BGH hatte das Gericht die Frage vernachlässigt, ob möglicherweise auch die Tatsache, dass der Taxifahrer seinen schwer verletzten Kunden auf der Straße liegen ließ, als versuchter Mord gewertet werden könne - selbst wenn das Überfahren ein Versehen gewesen sein sollte.

    Fahrgast kann sich nach mindestens fünf Liter Bier an nichts mehr erinnern

    Dem Fahrgast wurde bei dem Vorgang die Schulter gebrochen, er erlitt Platz- und Schürfwunden an Kopf und Beinen und ihm wurde das halbe linke Ohr abgerissen. Was jedoch genau an dem Abend geschah, konnte er vor Gericht nicht mehr sagen. Nach einem feucht-fröhlichen Abend mit einem Kumpel setzte seine Erinnerung beim Verlassen der Kneipe aus, in der er mindestens 10 Halbe Bier getrunken hatte. Erst an die Notaufnahme konnte er sich wieder wieder erinnern.

    Angeklagter entschuldigte sich

    Der Angeklagte, der inzwischen nicht mehr als Taxifahrer arbeiten darf, schrieb ihm kurz nach der Tat einen Brief. Er wolle versuchen, sich "aufrecht bei Ihnen zu entschuldigen", stand darin. "Die Bilder sind entsetzlich. Ich kämpfe immer noch damit, dass ich das verursacht habe." Für den neuen Prozess hat das Gericht sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte am 8. Oktober fallen.

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