BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Prozess gegen Bayreuther Messerstecher: Freispruch gefordert | BR24

© BR24

Im Prozess gegen den Messerstecher von Bayreuth haben Verteidiger und Staatsanwalt Freispruch gefordert.

2
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Prozess gegen Bayreuther Messerstecher: Freispruch gefordert

Im Prozess gegen den Messerstecher von Bayreuth haben Verteidiger und Staatsanwalt Freispruch gefordert. Der 38-Jährige könnte im Zustand der Schuldunfähigkeit auf die Mitarbeiter des Job-Centers eingestochen habe, hieß es in beiden Plädoyers.

2
Per Mail sharen
Teilen

Vor dem Landgericht Bayreuth wurden am Freitag (13.12.19) die Plädoyers im Prozess gegen den mutmaßlichen Messerstecher gehalten. Der 38-Jährige soll auf Mitarbeiter des Job-Centers Bayreuth eingestochen haben. Staatsanwalt, Verteidiger und Vertreter der Nebenkläger plädierten übereinstimmend dafür, den Angeklagten freizusprechen. Seine Schuldunfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat sei nicht auszuschließen, hieß es. Allerdings soll der Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Gutachter schließt komplette Schuldunfähigkeit nicht aus

Ein Gutachter attestierte dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit. Auch die komplette Schuldunfähigkeit sei zum Tatzeitpunkt nicht auszuschließen. Der Sachverständige hatte am vergangenen Mittwoch (11.12.19) ausgeführt, dass er beim Angeklagten die "Diagnose einer paranoid halluzinatorischen Schizophrenie sicher bestätigen könne. Diese Symptomatik bestehe bereits seit mindestens zehn Jahren und sei chronifiziert", heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle des Landgerichts.

Öffentlichkeit während des Prozesses ausgeschlossen

Ob sich das Gericht am kommenden Montag (16.12.19) bei der Urteilsverkündung den Anträgen von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung anschließt, ist offen. Die Anklage lautete unter anderem auf versuchten Mord. Bei der Urteilsverkündung ist die Öffentlichkeit zugelassen. Das Gericht hatte bei Prozessauftakt dem Antrag des Verteidigers auf Ausschluss der Öffentlichkeit stattgegeben, da eine Verhandlung vor Zuschauern und Medienvertretern eine große psychische Belastung für den Angeklagten darstelle.

Messerstecher war den Behörden bekannt

Der Mann soll Anfang März im Job-Center Bayreuth-Stadt völlig unvermittelt Mitarbeiter mit einem Messer angegriffen haben. Drei Männer im Alter von 18, 23 und 29 Jahren wurden verletzt. Der Angreifer flüchtete. Ein unverletzt gebliebener Job-Center-Mitarbeiter folgte ihm. So konnte die Polizei den Mann kurz nach der Tat festnehmen. Der Mann war den Behörden bekannt. Das Job-Center hatte ihm Leistungen gekürzt.

© BR24

Heute erfolgte am Landgericht Bayreuth der Prozessauftakt gegen einen mutmaßlichen Messerstecher. Er soll im Frühjahr drei Menschen im Job-Center Bayreuth mit einem Messer verletzt haben.