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Prozess gegen 32-jährige IS-Rückkehrerin aus Raum Aschaffenburg | BR24

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Vor dem Oberlandesgericht in München startete heute die Hauptverhandlung gegen eine 32-jährige IS-Rückkehrerin aus dem Raum Aschaffenburg

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Prozess gegen 32-jährige IS-Rückkehrerin aus Raum Aschaffenburg

Vor dem Oberlandesgericht in München startete heute die Hauptverhandlung gegen eine 32-jährige IS-Rückkehrerin aus dem Raum Aschaffenburg

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Eine junge Frau muss sich seit heute vor dem Oberlandesgericht in München verantworten. Die Angeklagte reiste 2016 ein wiederholtes Mal aus Deutschland aus und integrierte sich gemeinsam mit ihrem Ehemann (nach muslimischem Recht) in einem durch den IS kontrollierten Gebiet. Dort kam Sie aktiv mit dem IS und seiner Ideologie in Kontakt. In der Anklage geht es darum, dass die 32-Jährige sich dort aufhielt, sich eventuell radikalisierte, Waffen besaß und vor allem den IS und ihren Mann unterstützt hat. Dieser war nach bisherigen Informationen aktiv am Geschehen des IS beteiligt.

Wer ist die Angeklagte?

Die Deutsche, die aktuell mit ihren zwei im Ausland geborenen Kindern im Raum Aschaffenburg lebt, wuchs nach eigenen Aussagen während der Anhörung, in schwierigen Familienverhältnissen auf. Der Kontakt zur Mutter soll zwar vorhanden sein - aber nicht immer gut. Ein Schicksalsschlag in Ihrer Kindheit soll sie geprägt haben: Der Tod ihres Großvaters, welcher die Vaterrolle übernommen haben soll. Vielleicht ist dies aber auch der Versuch, sich dem Richter zu erklären, warum sie zweimal in IS kontrollierte Gebiete ausreiste. Insgesamt zeigte sie vor Gericht kooperativ. Betreten hatte Sie den Saal jedoch verschleiert, um nicht erkannt zu werden.

Ist Wohnen beim IS strafbar?

Wohnen in einem durch den IS kontrollierten Gebiet ist nach Entscheidung der Generalbundesanwaltschaft strafbar. Denn: Die Beschuldigte und ihr Ehemann nach muslimischem Recht haben sich am 1. März 2016 bewusst dafür entschieden, in ein vom IS kontrolliertes Gebiet zu ziehen und sich dort zu integrieren.

Der Tatbestand der mitgliedschaftlichen Beteiligung in einer terroristischen Vereinigung besagt, dass man mindestens einmal Unterstützungshandlungen für dieses Netzwerk ausführen muss. Solche Handlungen müssen nicht zwangsweise terroristisch sein. Hierunter werden vor allem Dienstleistungen verstanden, die anderen Mitgliedern terroristische Taten ermöglichen.

Angeklagte bisher nicht geständig

Ein Geständnis gab es am heutigen Eröffnungstag nicht. Für das Hauptverfahren sind aktuell noch 15 weitere Termine festgelegt worden. Im Rahmen der Anhörungen wird die Angeklagte noch viel erklären können. Sollten sich die Tatvorwürfe aber bestätigen, muss die junge Frau mit einer Freiheitsstrafe rechnen.