Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Prozess Brückeneinsturz: Ingenieure weisen Verantwortung zurück | BR24

© BR Fernsehen

Im Juni 2016 ist an der A7 bei Schraudenbach (Lkr. Schweinfurt) ein Gerüst an einer Autobahnbrücke zusammengebrochen. Nun hat der Prozess gegen drei Statiker begonnen, die Fehler bei der Prüfung gemacht haben sollen.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Prozess Brückeneinsturz: Ingenieure weisen Verantwortung zurück

Im unterfränkischen Schraudenbach ist 2016 beim Neubau einer Autobahnbrücke ein Traggerüst eingestürzt. Ein Arbeiter starb, 14 wurden verletzt. Die beteiligten Ingenieure stehen vor Gericht – die Vorwürfe gegen sich haben sie nun zurückgewiesen.

Per Mail sharen
Teilen

Die angeklagten Ingenieure halten Fehler in der Bauausführung für die eigentliche Ursache des Brückeneinsturzes bei Schraudenbach (Lkr. Schweinfurt), bei dem 2016 ein Bauarbeiter ums Leben kam und 14 weitere zum Teil schwer verletzt wurden. Ein Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass Planungsfehler die eigentliche Ursache sind.

Hauptangeklagter geht von Fehlern bei der Bauausführung aus

Einer der drei Ingenieure war für ein ortsansässiges Unternehmen maßgeblich mit der Planung des Gerüstes an der Brücke betraut. Er argumentierte zu Beginn des am Landgericht Schweinfurt gestarteten Prozesses, die ausführenden Baufirmen hätten sich nicht in jedem Punkt an seine Planungen gehalten. Wäre dies geschehen, wäre das Gerüst nicht eingestürzt, so der Ingenieur. Die Ursache für das Unglück sei also in der Bauausführung, nicht in den baustatischen Planungen zu suchen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Tötung sowie fahrlässige Körperverletzung in 14 Fällen vor.

Weiterer Ingenieur hält Baumängel für die Einsturzursache

Zwei weitere Ingenieure sind ebenfalls angeklagt. Ihnen werden Fehler bei der Abnahme der Planungen vorgeworfen. Einer der beiden ließ über seinen Verteidiger erklären, er halte ebenfalls Baumängel und nicht die Planungen für maßgeblich für den Einsturz. Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten war zunächst von keinen Abweichungen zwischen Planungen und Bauausführung ausgegangen.

Es wurde aber inzwischen nach Angaben der Verteidigung in Teilen korrigiert. Nach Auffassung der Verteidigung erscheint es denkbar, dass die Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungen gegen zusätzliche Tatverdächtige aufnehmen muss. Die Anklagebehörde schloss das zum Prozessauftakt nicht aus, hat aber nach eigenen Angaben derzeit nicht ausreichend Anhaltspunkte.

Bei dem Einsturz des Traggerüstes für die Brücke auf der Autobahn in der Nähe von Schweinfurt-Werneck war ein kroatischer Bauarbeiter ums Leben gekommen. 14 weitere Menschen wurden zum Teil erheblich verletzt.

© BR

Als vor drei Jahren bei Werneck in Unterfranken eine Autobahnbrücke einstürzte, kam ein Bauarbeiter ums Leben. Seit heute müssen sich drei Ingenieure deshalb vor Gericht verantworten.