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Protestmarsch gegen Salatfabrik in Wiesentheid | BR24

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In Wiesentheid im Lkr. Kitzingen will das holländische Unternehmen "Deliscious" ein gigantisches Gewächshaus für den Anbau von Salaten errichten. Dagegen sind Bürger am Donnerstagabend auf die Straße gehen.

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Protestmarsch gegen Salatfabrik in Wiesentheid

In Wiesentheid im Lkr. Kitzingen will das holländische Unternehmen "Deliscious" ein gigantisches Gewächshaus für den Anbau von Salaten errichten. Dagegen sind Bürger am Donnerstagabend auf die Straße gegangen.

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Auf einer Fläche von 17 Hektar soll Salat nach modernsten Gesichtspunkten unter Glas wachsen. Doch gegen diese Pläne entsteht nun Widerstand. Unter dem Motto "Stoppt die Salatfabrik!" hat ein Aktionsbündnis von Bund Naturschutz, Freien Wählern, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und FDP zum Protestmarsch aufgerufen. Die Gegner befürchten unter anderem, dass zu viel Wasser für den Salatanbau in der ohnehin sehr trockenen Region gebraucht wird. Die hochtechnologische Salatzucht werde außerdem die Marktverhältnisse im gesamten süddeutschen Raum verändern. Etliche Familienbetriebe seien in ihrer Existenz bedroht, befürchtet der Gemeinderat der Grünen, Frank Hufnagel.

Einfluss der Politik

Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier betont, seine Gemeinde könne das Salatgewächshaus nicht verhindern, allerdings Einfluss darauf nehmen, wo es entsteht. Die Baugenehmigung erteilt letztlich das Landratsamt Kitzingen, wo der Antrag von Deliscoius derzeit geprüft wird. Paul Graf von Schönborn aus Wiesentheid will den holländischen Investoren 17 Hektar seines Landes in Wiesentheid verkaufen. Er kann den nun aufflammenden Protest nicht verstehen. Die Holländer wollen in zwei großen Tanks 27.000 Kubikmeter Regenwasser von den Gewächshausdächern sammeln und damit übers Jahr ihren Wasserbedarf zu 95 Prozent decken. In einem Gutachten wird jedoch eingeräumt, dass im extrem trockenen Jahr 2018 im Oktober und November täglich 113 Kubikmeter externes Wasser nötig gewesen wäre.

Strategisch gute Lage

Die zwei Delissen-Brüder aus den Niederlanden, die hinter Deliscoius stehen, haben in Norddeutschland bereits ein großes Salatgewächshaus in Betrieb. Den Landkreis Kitzingen haben sie wegen der guten Verkehrsanbindung als Standort für Süddeutschland ausgewählt. Der Kontakt zu Graf Schönborn und der Marktgemeinde Wiesentheid kam 2017 über das Landratsamt Kitzingen zustande. Seitdem werden die Pläne für die nun kritisierte "Salatfabrik" verfolgt.

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Ein Investor aus den Niederlanden will in Wiesentheid (Lkr. Kitzingen) Salat im großen Stil züchten. Das Bündnis "Gegen die Salatfabrik" hat nun mit einem Protestmarsch gegen die geplanten Gewächshäuser demonstriert.