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Landrat Thomas Eberth hisst erneut eine Israelfahne vor dem Landratsamt Würzburg. Die erste war in der Nacht schwer beschädigt worden.

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    Proteste gegen Israel: Zentralratsvorsitzender Schuster in Sorge

    Nach der Zerstörung durch Unbekannte hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, das Hissen einer neuen Israelfahne durch den Würzburger Landrat Eberth gelobt. Auf das kommende Wochenende blickt er mit Sorgen.

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    Von
    • Anke Gundelach
    • Pirmin Breninek

    Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, sprach von "genau der adäquaten und richtigen Reaktion", als der Landkreis Würzburg nach Beschädigung der Israelfahne vor dem Landratsamt, heute umgehend eine neue Fahne hisste. Schuster lobte ausdrücklich die Haltung von Landrat Thomas Eberth (CSU), der die Zerstörung der Flagge als "Gewaltakt des Antisemitismus" bezeichnete. In den vergangenen Tagen hatte es auch bereits an verschiedenen anderen Orten in Deutschland antisemitische Vorfälle gegeben, etwa in Bonn, Münster oder Gelsenkirchen.

    Schuster: Meinungsfreiheit hat ihre Grenzen

    "Wir haben Meinungsfreiheit, wir haben Demonstrationsrecht, das sind hohe Güter der Demokratie", sagte Schuster dem BR. "Dabei aber Gotteshäuser anzugreifen oder antisemitisch zu skandieren, das ist weit über das hinaus, was die Meinungsfreiheit hergibt." Für Schuster ist es unverständlich, warum das Aufflammen des Konflikts im Nahen Osten, in Deutschland zu antisemitischen Parolen führt: "Hier werden Juden in Deutschland, die deutsche Staatsbürger sind, für das Geschehen in Israel verantwortlich gemacht."

    Schweinfurt: 60 bis 80 Menschen demonstrieren für Frieden in Palästina

    Am Freitag fand in Schweinfurt eine Demonstration für Frieden in Palästina statt. Laut Polizei demonstrieren 60 bis 80 Menschen dabei friedlich auf dem Georg-Wichtermann-Platz. Mit Transparenten bekundeten viele Demonstranten ihre Solidarität mit den Palästinensern.

    Mit einer Kundgebung am Unteren Markt will auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Würzburg am Sonntag ab 16.00 Uhr ein Zeichen gegen den Terror in Israel und antisemitische Übergriffe in Deutschland setzen. Wie der Vorsitzende der Gesellschaft, Robert Schwaneck, dem BR sagte, sei die Aktion spontan geplant und von der Stadt Würzburg und der Polizei genehmigt worden. Sie steht unter dem Motto "Solidarität mit Israel – Kein Platz für Antisemitismus – Für Frieden im Nahen Osten".

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    Am Freitag fand in Schweinfurt eine Demonstration für den Frieden in Palästina statt. Laut Polizei demonstrieren 60 bis 80 Menschen friedlich.

    Antisemitischer Vorfall in Würzburg "nicht hinnehmbar"

    Schwaneck verwies bei der Ankündigung auf den aktuellen Vorfall in Würzburg. "Ein solches Verhalten ist für uns als Bürger der Stadt Würzburg nicht hinnehmbar", so Schwaneck. "Die Sicherheit Israels wie auch die Sicherheit aller in Deutschland lebenden Israelis und unserer jüdischen Mitbürger ist Teil der deutschen Staatsräson." Als Redner haben sich bisher unter anderem der Würzburger FDP-Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann und Weihbischof Ulrich Boom angekündigt.

    Zentralratsvorsitzender Josef Schuster in Sorge

    Auch Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat sein Kommen zugesagt und will zu den Anwesenden sprechen. Schuster sagte dem BR, er blicke mit Sorgen auf das anstehende Wochenende, an dem für mehrere deutsche Städte antiisraelische Proteste angekündigt sind. "Ich gehe aber davon aus, dass die Sicherheitsbehörden diese Demonstration alle auf dem Schirm haben und entsprechend eingreifen werden, wenn es zu antisemitischen Handlungen und Worten kommt", so Schuster.

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