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Proteste gegen geplantes ICE–Werk in Nürnberg | BR24

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Bürgerverein gegen neues ICE-Werk

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    Proteste gegen geplantes ICE–Werk in Nürnberg

    Die DB baut für 400 Millionen Euro ein neues ICE-Instandhaltungswerk in Nürnberg. In dem Werk sollen ab 2028 bis zu 25 Züge täglich gewartet und instandgesetzt werden können. Gegen den vorgeschlagenen Standort formiert sich immer mehr Widerstand.

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    Für viele Bewohner der Nürnberger Stadtteile Altenfurt und Fischbach war es ein Schock, als sie vor gut einem Monat erfuhren, dass die Bahn ein neues ICE–Werk ausgerechnet bei ihnen im Südosten Nürnbergs bauen will. Gewerbeflächen gibt es hier aber nicht, Anwohner und der Bürgerverein befürchten deshalb, dass dafür wertvoller Bannwald weichen muss. Inzwischen formiert sich breiter Widerstand gegen das geplante Projekt.

    Das geplante ICE-Werk soll umweltfreundlich sein

    Die Bahn will ihr neues ICE–Werk umweltfreundlich bauen und klimaneutral betreiben, allerdings auf einem Standort der keine Gewerbefläche ist, sondern in einem Waldstück zwischen den beiden Stadteilen Fischbach und Altenfurt im Südosten Nürnbergs.

    Sollte das Projekt, wie von der Bahn gewünscht, genehmigt werden, müssten dafür entlang der Bahnlinie auf einer Länge von etwa fünf Kilometern zwischen 38 und 46 Hektar Wald gerodet werden. Betroffen wäre ausgerechnet ein Waldstück, das als "grüne Lunge" für die beiden Stadtteile dient.

    Es regt sich massiver Widerstand

    Besorgte Bürger haben auf der sozialen Internetplattform Facebook eine Bürgerinitiative gegründet, die nun den Protest koordiniert. Eine gestartete Petition zur Rettung des Waldes haben bereits über 10.000 Menschen unterschrieben. Bewohner haben Flyer an alle Haushalte in Fischbach und Altenfurt verteilt, manche sogar Protestbanner an ihre Häuser und Zäune gehängt. Mehr ist jetzt kaum möglich. Corona bedingt musste eine geplante Stadteilversammlung für den 24. November 2020 abgesagt werden. Unterstützung bekommen sie vom Bürgerverein.

    "Wir sind nicht grundsätzlich gegen das ICE–Werk, aber wir sind ganz klar gegen diesen Standort, weil der ist absolut nicht geeignet in unseren Augen. Wir gehen ganz klar davon aus, die Bahn will hierher und wir wollen das nicht." Werner Miegel, Vorsitzender des Bürgervereins

    Auch der Bund Naturschutz äußerst sich kritisch zur Standortwahl für das geplante ICE–Werk. Ausgerecht in diesem Waldstück pflegt er seit Jahren ein wertvolles Biotop, so BN–Geschäftsführer Wolfgang Dötsch.

    "Es ist mit Abstand der größte Bestand an Knabenkraut mit 120 Exemplaren und er ist in keiner Form ersetzbar natürlich. Aus Sicht des Naturschutzes ist das der ökologisch schlechteste Standort überhaupt." Wolfgang Dötsch, Bund Naturschutz

    Der Weg der Entscheidung

    Noch steht nicht fest, ob das neue ICE–Werk, wie von der Bahn gewünscht, in diesem Waldstück bei Nürnberg – Fischbach gebaut werden darf. Das wird im bevorstehenden Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Mittelfranken entschieden. Dabei ist breite Bürgerbeteiligung möglich und auch von der Bahn gewünscht. Dabei muss sie auch mögliche Alternativstandorte nennen und prüfen.

    Ende 2028 soll das neue ICE–Werk für Süddeutschland den Betrieb aufnehmen. Es hat ein Investitionsvolumen von 400 Millionen Euro und würde 450 zukunftsträchtige Arbeitsplätze in der Metropolregion Nürnberg schaffen.

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