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Protestaktion gegen Kassenbon-Pflicht in Berlin | BR24

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Der Bund der Selbstständigen in Bayern ist von der Bon-Pflicht genervt. Seit Anfang des Jahres muss für jede gekaufte Kleinigkeit dem Kunden ein Bon mitgegeben werden. Heute Vormittag hat der Verband deshalb eine Protestaktion in Berlin veranstaltet.

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Protestaktion gegen Kassenbon-Pflicht in Berlin

Der Bund der Selbstständigen in Bayern hat mit einer Protestaktion vor dem Reichstagsgebäude in Berlin auf seine Forderungen in der Diskussion um die Kassenbon-Pflicht aufmerksam gemacht.

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Mit einer Mauer aus über drei Millionen Kassenbons - 200.000 alleine aus Unterfranken - hat der Bund der Selbstständigen in Bayern am Dienstag mit einer Protestaktion vor dem Reichstagsgebäude in Berlin auf seine Forderungen in der Diskussion um die Kassenbon-Pflicht aufmerksam gemacht.

Abschaffung der Kassenbon-Pflicht für Kleinstbeträge

"Wir fordern, dass für Kleinbeträge, 25 - 30 Euro, diese Kassenbon-Pflicht fällt. Dann hätten wir schon einiges an Müll weniger", sagt Gabriele Sehorz, Präsidentin des BDS. "Über 90 Prozent der Kunden möchte keinen Beleg für seine Semmel", sagt Frank Bernard, der Geschäftsführer des BDS in Unter- und Mittelfranken. Der Bon für den Kunden sei überwachungstechnisch nicht notwendig – die heute eingesetzten Kassensysteme würden den Kauf sowieso registrieren, fügt er hinzu.

Kassenzettel sind Sondermüll

Ein weiterer Umstand, der seit Beginn der Bon-Pflicht am 1. Januar dieses Jahres für Diskussion sorgt, ist der Druck der Bons auf giftigem Thermopapier. Der erhöhte Verbrauch durch das Gesetz würde der Umwelt enorm schaden, sagt Frank Bernard. Zum Beispiel sei bei einer Tankstelle in Lohr am Main der Verbrauch der Papierrollen von einer halben, auf vier am Tag gestiegen, so Tankstellenleiter Christian Ruf. Das mache sich auch bei den Kosten bemerkbar, ergänzt Ruf.

Politik erkennt Probleme – bittet aber um Verständnis

Die ausgedruckten Bons sind eine Überwachungsmaßnahme. Eingeführt wurde die Bon-Pflicht, um der Steuerhinterziehung durch Kassen-Manipulation entgegenzuwirken, die laut dem Bundesministerium für Finanzen, auf zehn Milliarden Euro jährlich geschätzt wird. Zu der Aktion in Berlin kamen auch viele Bundestagsabgeordnete. Das Credo: Im nächsten Jahr soll eine technische Lösung gefunden werden, die alle Seiten zufrieden stellt. Der BDS zeigt gespannt und hofft auf weitere Gespräche.

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