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Waldrettungscamp in Nürnberg.

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Protest gegen ICE-Werk bei Nürnberg – Waldrettungscamp errichtet

Mit einem Waldrettungscamp wollen Nürnberger Klimaaktivisten ihren Protest gegen den geplanten Bau eines ICE-Werks zum Ausdruck bringen. Seit Monaten kritisieren Anwohner und Naturschützer die Pläne der Bahn. Und der Widerstand wächst weiter.

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Von
  • Tina Wenzel

Aktivisten des Klimacamps in Nürnberg wollen bis Sonntag ein Waldrettungscamp bei den Nürnberger Ortsteilen Altenfurt und Fischbach errichten. "Wir protestieren gegen Waldrodungen", sagt Mitorganisator Achim Scheidl. Den Standort für das Protestcamp haben sie bewusst gewählt: Altenfurt/Fischbach ist einer von neun möglichen Standorten für das geplante ICE-Werk in der Region.

ICE-Werk: großer Widerstand gegen Waldrodungen

Seit Monaten regt sich dagegen Widerstand. Bürgerinitiativen und der Bund Naturschutz laufen Sturm gegen die Pläne, bei denen nicht nur am Standort Altenfurt/Fischbach mehrere Hektar Wald gerodet werden müssten. Dabei sei der Nürnberger Reichswald hier ein Natura-2000-Gebiet und stehe unter Schutz, so Scheidl. " Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Die Europäische Kommission hat bereits gegen Deutschland Klage eingereicht, weil Deutschland zu lax mit den Natura-2000-Gebieten umgeht", betont Scheidl weiter.

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Aktivisten des Nürnberger Klimacamps wollen ein Waldrettungscamp bei Altenfurt errichten. Dort könnte der neue Standort des ICE-Werks der Bahn entstehen. BR-Reporterin Tina Wenzel berichtet.

Anwohner fürchten Lärmbelästigung

Nun sehen die Aktivisten ein weiteres Gebiet in Gefahr. Auch die örtliche Bürgerinitiative "Nein zum ICE-Werk" will den Wald schützen. Die Anwohner fürchten zudem durch das ICE-Werk Lärm- und Lichtbelästigung durch die Arbeiten, die vor allem nachts stattfinden sollen, sagt Carola Reichl von der Bürgerinitiative.

Aktionen am Wochenende geplant

Am Wochenende sind verschiedenste Aktionen geplant: unter anderem kurze Straßenblockaden, ein Waldspaziergang mit dem Bund Naturschutz und eine Fahrrad-Demo nach Feucht zu einem weiteren möglichen Standort des ICE-Werks.

Deutsche Bahn startet Bürgerdialoge

Die Bahn betont, dass sie die Standorte für das Werk noch weiter prüft. Entschieden sei noch nichts. Zudem startet die Bahn kommende Woche mit Bürgerdialogen. Die Projektverantwortlichen wollen bei der ersten Dialogrunde, die digital stattfindet, den aktuellen Planungsstand darstellen.

Die Bürger können Fragen an die Bahn stellen. Und die werden wohl zahlreich sein: Nicht nur am Standort Altenfurt/Fischbach regt sich der Protest, sondern auch an allen anderen möglichen Standorten.

Die Bahn will rund 400 Millionen Euro in das neue ICE-Werk investieren und 450 Arbeitsplätze schaffen. Das Werk soll 2028 in Betrieb gehen.

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Mitglieder der Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" blockierten am Freitag eine Straße beim Waldrettungscamp.

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