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Protest gegen geplanten Kies- und Sandabbau in Grafenrheinfeld | BR24

© picture alliance/imageBROKER

Symbolbild: Radlader auf einer Kiesgrube

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Protest gegen geplanten Kies- und Sandabbau in Grafenrheinfeld

In Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) formiert sich Protest. Ein Schweinfurter Bauunternehmen möchte im Osten der Gemeinde auf 85 Hektar in den nächsten 25 bis 30 Jahren Sand und Kies abbauen. Dort, wo im Augenblick nur Äcker und Felder sind.

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Zu einer Sondersitzung hatten sich die Grafenrheinfelder Gemeinderäte am Montag getroffen. Der Anlass ist ein Aufreger: die Pläne des Schweinfurter Bauunternehmens Glöckle, auf einer 85 Hektar großen Fläche im Osten von Grafenrheinfeld Sand und Kies abzubauen. Im Grafenrheinfelder Gemeinderat war die Stimmungslage rasch geklärt: Es gibt keine Befürworter für das Projekt. Die Gegnerschaft vereint sämtliche Fraktionen.

Grafenrheinfelder Gemeinderäte lehnen geplanten Sandabbau ab

Gemeinsam mit einem beauftragten Rechtsanwalt überlegen die Gemeinderäte nun, wie sie sich gegen das Projekt positionieren, etwa in Stellungnahmen an die Regierung von Unterfranken. Denn in Grafenrheinfeld fürchten viele, dass durch den Sand- und Kiesabbau das Grundwasser steigen könnte. Ein Problem, das die Gemeinde seit den 1960er Jahren kennt, sagt der Zweite Bürgermeister Gerhard Riegler.

"Grafenrheinfeld sitzt auf Sand. Als in den 1960ern der Main ausgebaut und die Staustufe Garstadt gebaut wurde, ist der Grundwasserspiegel in Grafenrheinfeld um mehrere Meter angestiegen und es gab große Probleme mit Altbauten." Gerhard Riegler, Zweiter Bürgermeister Grafenrheinfeld

In der Kirche und dem historischen Gebäude Reichsvogtei gab es damals Risse. Rund um Grafenrheinfeld wurde deshalb ein Drainagering gelegt, Seitdem wird rund um die Uhr ansteigendes Wasser abpumpt.

Sorge um den Grundwasserpegel, Bauflächen und Ackerböden

Die Gemeinderäte sammeln nun Argumente gegen das Projekt. Ein Punkt ist die bauliche Entwicklung: Grafenrheinfeld könne sich nicht weiter vergrößern, weder für Gewerbe noch für Wohnhäuser. Denn die potenziellen Flächen für den Sand- und Kiesabbau wären die einzigen, die noch bebaut werden könnten. Ein anderer Punkt ist, dass nach Ansicht vieler Grafenrheinfelder die guten Böden für den Anbau von Gurken, Sellerie oder Karotten verloren gehen würden - auch wenn zwei Drittel der Flächen nach der Sand- und Kiesausbeute wieder verfüllt werden sollen.

Ende Juli steht in der laufenden Diskussion eine weitere Etappe an. Dann gibt es einen gemeinsamen Ortstermin mit dem Bauunternehmen, mit Vertretern der Gemeinde und der Regierung von Unterfranken.