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Protest gegen Corona-Testzentrum im Kreishallenbad Neuötting | BR24

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Im Landkreis Altötting wird nicht wie in anderen Landkreisen auf dem Volksfestplatz oder Parkplatz getestet, sondern im Hallenbad. Weil das Kreishallenbad Neuötting deshalb geschlossen bleibt, gibt es Protest gegen das Corona-Testzentrum.

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Protest gegen Corona-Testzentrum im Kreishallenbad Neuötting

Im Landkreis Altötting wird nicht wie in anderen Landkreisen auf dem Volksfestplatz oder Parkplatz getestet, sondern im Hallenbad. Weil das Kreishallenbad Neuötting deshalb geschlossen bleibt, gibt es Protest gegen das Corona-Testzentrum.

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Angefangen hat der Protest im Landkreis Altötting damit, dass die Töginger Schwimmtrainerin Birgit Noske vor zwei Wochen eine Kreisausschuss-Sitzung im Altöttinger Landratsamt besucht hat, um ihrem Ärger Luft zu machen. Dort sorgte sich mit ihrer Aufmachung für Aufsehen: gemäß ihrem Anliegen trug sie dabei eine Badekappe und eine Schwimmbrille und hatte eine Schwimmnudel dabei. Darauf waren ihre Forderungen zu lesen: "Neuer Standort für das Covid-Testzentrum. Öffnung des Kreishallenbades für die Bürgerinnen/Bürger."

"Das kann nicht sein, dass die Kinder, die Schulen, die Familien, alle nicht mehr ins Hallenbad können. Jetzt kommt der Winter, die Leute haben alle keine Möglichkeit, irgendwo hinzugehen, sie sollen nach Möglichkeit auch nicht verreisen und dann dachte ich mir, es muss was geschehen." Birgit Noske, Schwimmtrainerin aus Töging am Inn

Landrat Erwin Schneider (CSU) erwiderte, es gebe keine bessere Location im Landkreis Altötting. Des Weiteren habe Corona Vorrang vor dem Schwimmen.

Protest findet immer mehr Unterstützer im Landkreis

Es folgten diverse Unterschriftenaktionen - in Geschäften, Restaurants und Bäckereien sowie an Infoständen. Weitere Unterstützer gründeten die Facebook-Gruppe "Pro Kreishallenbad Neuötting", die mittlerweile knapp 600 Mitglieder hat und am letzten Wochenende wurde zusätzlich eine Online-Petition gestartet.

Nach Angaben von Noske wurden mittlerweile mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt. Es seien des Weiteren noch viele Listen unterwegs und weitere Sammelaktionen geplant. Am Ende sollen die Unterschriften an den Altöttinger Landrat übergeben werden.

© BR/Laila Heyne

Birgit Noske und ihre Mitstreiter sammeln Unterschriften gegen das Testzentrum im Neuöttiger Kreishallenbad.

Hallenbäder in Burghausen und Mühldorf keine Alternativen

Zu den nächsten geöffneten Hallenbädern in den Städten Burghausen und Mühldorf am Inn müssen die Landkreisbürgerinnen und -bürger zwar im Schnitt nur etwa 15 bis 20 Minuten fahren. Dort gelten jedoch derzeit wegen der Corona-Pandemie beschränkte Einlass-Kapazitäten. In Burghausen sind es 300 Personen und in Mühldorf 80 Personen, die sich gleichzeitig in den Bädern aufhalten dürfen. Des Weiteren habe nicht jeder ein Auto zur Verfügung und auch alte Menschen, die schlecht zu Fuß sind oder Familien, die in der Nähe wohnen, nutzten das Hallenbad, so die Argumente der Gegner des Testzentrums im Kreishallenbad Neuötting.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei auch, dass im Sommer keine Schwimmkurse für die Kinder stattfinden konnten, diese fallen nun weiterhin weg. Genauso entfallen die Kurse für Menschen mit Behinderung, die in Neuötting normalerweise stattgefunden hätten. Außerdem hätten die Vereine, Schulen und die Wasserwacht keine alternative Lösung zur Verfügung.

Landratsamt hält an Testzentrum im Hallenbad fest

Das Testzentrum im Kreishallenbad hat sich laut dem Landratsamt Altötting schon in der ersten Phase der Pandemie bewährt und es wird deshalb auch wieder seit dem 1. September für die Testungen genutzt. Argumente für diese Variante seien die hohen Hygienestandards, die Belüftung und vor allem auch die Erreichbarkeit und die Parkplätze. Eine zweitbeste Lösung wolle der Landrat Erwin Schneider deshalb nicht, so das Landratsamt.

Markus Huber, Pressesprecher des Landratsamts, sagte dem BR nun, dass sich in der Kreistagssitzung am Montag kein einziger Kreisrat gegen das Testzentrum im Kreishallenbad geäußert habe. Die Stimmen seien ganz im Gegenteil nur für das Testzentrum im Hallenbad gewesen. Bislang seien dort über 3.000 Corona-Testungen seit dem 1. September durchgeführt worden.

Gespräche zwischen Landrat und Gegnern ohne Ergebnis

Landrat Schneider und die Gegner des derzeitige Standorts des Testzentrums wollen im Gespräch bleiben. Birgit Noske und ihre Mitstreiter sollen jetzt außerdem nach Alternativen für das Kreishallenbad suchen und diese dann dem Landrat vorschlagen. Erwin Schneider will sich diese Vorschläge dann zumindest ansehen. Im Moment gebe es aber aus Sicht des Landratsamtes keine Gründe dafür, von dem Hallenbad abzuweichen, so Pressesprecher Markus Huber auf BR-Nachfrage.

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