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Protest gegen Ausbau A8 München-Salzburg flammt wieder auf | BR24

© Dagmar Bohrer-Glas

Der Ausbau der Autobahn A8 München-Salzburg ist ein Mega-Projekt im Landkreis Rosenheim. Noch hat sie vier Spuren und keinen Standstreifen. Das könnte sich ändern. Im Chiemgau wehren sich erneut die Gegner des Autobahnausbaus.

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Protest gegen Ausbau A8 München-Salzburg flammt wieder auf

Der Ausbau der Autobahn A8 München-Salzburg ist ein Mega-Projekt im Landkreis Rosenheim. Noch hat sie vier Spuren und keinen Standstreifen. Das könnte sich ändern. Im Chiemgau wehren sich jetzt erneut die Gegner des Autobahnausbaus.

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  • Dagmar Bohrer-Glas

Kurvenreich und über viele Hügel führt sie den Verkehr vierspurig durch den schönen Chiemgau. Die 1941 fertiggestellte A8 München-Salzburg ist eine der ältesten Autobahnen Deutschlands. Das größte Manko der A8: Die Autobahn besitzt keine Standstreifen, was etwa Einsätze von Rettungsdiensten nach Verkehrsunfällen erschwert. Und so sind viele mit dem Ausbau der A8 grundsätzlich einverstanden, gestritten wird allerdings über das "Wie". Die Autobahndirektion Südbayern plant einen sechsspurigen Ausbau von Rosenheim bis zur Landesgrenze. Und da heute keine Autobahn ohne Standstreifen gebaut wird, ist letztendlich die Formel "6+2" in Planung.

"Stoppt das A8 Monster"

Gegner kritisieren vor allem die Dimension des geplanten Autobahnausbaus. Die Grünen-Gemeinderätin Edda Weimann aus Aschau fordert gar den Stopp der Planungen und hat eine Online-Petition mit dem Titel "Stoppt das A8 Monster: Keine Zerstörung des Chiemgaus!" gestartet. Der Ausbau sei in Zeiten des Klimawandels nicht zu rechtfertigen. Der Ausbau und die Planung würden dem Pariser Klimaschutzabkommen, der Klimaschutz-Offensive der Bayerischen Staatsregierung und dem Artenschutz widersprechen, denn unter anderem seien zehn Natur- und Wasserschutzgebiete von dem Ausbau betroffen, heißt es in der Online-Petition. Kritisiert wird auch der "massive Flächenfraß". Zusammen mit dem Bau des Brenner-Nordzulauf bedeute dies den Verkehrskollaps in Oberbayern, heißt es weiter. Die Gelder sollten besser für die dringend notwendige Mobilitätswende verwendet werden. Für den Abschnitt Achenmühle-Bernauer Berg läuft ein Anhörungsverfahren der Regierung von Oberbayern und bis zum 3. September können Einwendungen eingereicht werden.

"Nur zwei Standspuren genügen"

Auch der Kreisverband der Grünen im Landkreis Rosenheim setzt sich nach wie vor für eine Erweiterung der A8 um lediglich zwei Standspuren ein. Der geplante Ausbau sei ein unverhältnismäßiger Eingriff in die höchst sensible Landschaft am südlichen Ufer des Chiemsees mit seiner einzigartigen Fauna und Flora, so die Grünen.

Autobahndirektion Südbayern verspricht Verbesserungen

Vieles an der ältesten Autobahn Bayerns werde besser, verspricht Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Als Beispiel nennt er die Lärmbelastung für Frasdorf, da dort eine Einhausung der Fahrbahn geplant ist. Auch A8-Anwohner Norbert Malterer, der in Seehaus bei Umratshausen wohnt, erhofft sich modernen Lärmschutz, den der Vollausbau der Autobahn mit sich bringen wird.

"Im Herzen bin ich gegen den Ausbau, aber der Verstand sagt: Es ist besser, wenn ausgebaut wird, dann geht es uns besser danach." Norbert Malterer, Anwohner

Allerdings fürchtet Malterer einen enormen Eintrag von Streusalz in das Gewässer und das Biotop vor seiner Haustür. Tatsächlich erwartet er eine Verdoppelung des Salzeintrags auf über 60 Tonnen in den Seehausener Bach und das angrenzende Biotop.

Autobahndirektion verspricht "gute Lösungen"

Die Autobahndirektion Südbayern kenne die Belange im Chiemgau, beteuert dagegen Pressesprecher Josef Seebacher. Auch die Entwässerungssituation sei nach dem A8-Ausbau auf neuestem Stand und berücksichtige bereits den Klimawandel bzw. die lokal schärfer werdenden Regenfälle.

"Wir planen für den Bund und wollen gute Lösungen vor Ort." Josef Seebacher, Autobahndirektion Südbayern

Geschätzte Baukosten von 380 Millionen Euro

Die Autobahndirektion Südbayern rechnet mit einem Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern in ein bis zwei Jahren und anschließendem Baubeginn. Ein Zeithorizont, wann die A8 bis zum Bernauer Berg fertig sein könnte, könne nicht genannt werden, da dies auch von den Auflagen abhänge, die mit dem Planfeststellungsbeschluss einhergehen. Die geschätzten Baukosten für den Ausbau bis zum Bernauer Berg: 380 Millionen Euro.

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