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Münchner Marienplatz
© picture alliance/dpa /Jan Richter

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Matthias Lauer
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Münchner Marienplatz

Arbeitnehmer, die in den 1970er bis 1990er Jahren ihre Verträge abgeschlossen haben, wussten, dass sie später Steuern auf ihre Versicherungserträge zahlen werden. Aber Kranken- und Pflegekassenabzüge waren nicht vorgesehen. Die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2004 hat das dann gesetzlich so geregelt. Seitdem müssen Rentner auf die Bezüge aus ihren Direktversicherungen den vollen Kranken- und Pflegekassenbeitrag abführen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen also rund 18 Prozent. Dies gilt nicht nur für Neuverträge, sondern rückwirkend auch für alte Policen. Deshalb sprechen betroffene Rentner von Betrug.

Direktversicherung als betriebliche Altersvorsorge

Die Direktversicherung ist ein Modell der betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber schließt für den Arbeitnehmer eine Lebensversicherung ab. Die monatlichen Beiträge zieht er vom Bruttolohn des Arbeitnehmers ab. Das spart Steuern in den Berufsjahren.

Kampf gegen Sozialabgaben

Viele der Demonstranten am Marienplatz sind Mitglieder im Verein der Direktversicherungsgeschädigten aus Ingolstadt, kurz DVG, der den Protest mitorganisiert hat. Die Mitglieder kämpfen seit Jahren gegen die Sozialabgaben, die ihre Altersversorgungen belasten – zu Unrecht wie sie finden. Nach Angaben des Vereins haben rund sechs Millionen Arbeitnehmer eine solche Altersvorsorge.

Politik zeigt Verständnis für Protest

Es gibt parteiübergreifend erste Stimmen aus der Politik, die Verständnis für den Protest haben und fordern, dass es eine Lösung für die betroffenen Rentner mit Altverträgen geben muss. Wie die aussehen könnte ist allerdings noch nicht klar.