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Protest-Aktion: Kistenweise Kassenbons auf dem Weg nach Berlin | BR24

© dpa/picture-alliance

Unnötiger bürokratischer Aufwand? Selbständige wollen sich gegen die Kassenbon-Pflicht wehren.

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Protest-Aktion: Kistenweise Kassenbons auf dem Weg nach Berlin

Weil sie sich durch die Kassenbon-Pflicht gegängelt fühlen, haben Selbständige aus ganz Bayern eine Protestaktion ins Leben gerufen. Sie haben hunderttausende ungewollte Belege gesammelt und fahren diese nun nach Berlin.

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Protestaktion gegen die Kassenbon-Pflicht: Der Bund der Selbständigen (BDS) will ein Zeichen setzen und hat deswegen nach eigenen Angaben hunderttausende ungewollte Kassenzettel in ganz Bayern gesammelt. Diese bringen die Verantwortlichen nun nach Berlin.

Berg aus Kassenzetteln vor Berliner Reichstagsgebäude geplant

Kistenweise werden die Kassenbons am Montagvormittag zunächst in Südbayern verladen, gegen 10.30 Uhr kommen noch die Belege aus Nordbayern hinzu, die in Nürnberg eingesammelt werden. Am Dienstag soll dann ein Berg aus Kassenbons vor dem Reichstagsgebäude aufgetürmt und präsentiert werden.

Unternehmer fühlen sich von Kassenbon-Pflicht gegängelt

Der Bund der Selbständigen empfindet die Bonpflicht, die seit 1. Januar dieses Jahres gilt, als Gängelung von Unternehmerinnen und Unternehmern. In einer Mitteilung heißt es, man verwehre den Betrieben mit diesem bürokratischen Akt die Wertschätzung. "Über Nacht haben wir quasi 82 Millionen Menschen zu Steuerfahndern gemacht. Jeder Kunde, der heute keinen Kassenzettel für seine Kugel Eis oder seine Semmel bekommt, kann sagen: Da schau her, der betrügt jetzt das Finanzamt", wird BDS-Präsidentin Gabriele Sehorz zitiert. Damit werde das Misstrauen gegenüber Selbständigen wie zum Beispiel Bäckern, Metzgern oder Eisdielen-Betreibern unnötig befeuert.

Unnötig und umweltschädlich: BDS fordert Überarbeitung der Beleg-Pflicht

Der Bund der Selbständigen fordert von der Bundesregierung eine Überarbeitung der aktuell geltenden Belegpflicht. Ein Kassenzettel für beispielsweise eine Butterbreze sei weder vom Kunden gewünscht noch mit den heute zugelassenen Kassen aus überwachungstechnischen Gründen notwendig, so Sehorz weiter. Dazu komme die große Umweltbelastung durch das für die Bons verwendete Thermopapier. Mit der Sammelaktion wolle der BDS nun die Bundesregierung aufrütteln, sagt Hauptgeschäftsführer Michael Forster. Die klare Forderung des Bundes der Selbständigen lautet, die Bon-Pflicht für Kleinbeträge abzuschaffen.

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Weil sie sich durch die Kassenbon-Pflicht gegängelt fühlen, haben Selbständige aus ganz Bayern eine Protestaktion ins Leben gerufen. Sie haben hunderttausende ungewollte Belege gesammelt und fahren diese nun nach Berlin.

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