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Bildrechte: © dpa-Bildfunk/Andreas Arnold

Das Amtsgericht Fürth hat eine Frau wegen unerlaubter Prostitution zu einem Bußgeld verurteilt, nachdem eine Anwohnerin Anzeige erstattet hatte. Die Anwältin der Sexarbeiterin sah keinen Verstoß gegen die Corona-Beschränkungen.

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Prostitution während Corona: Gericht verurteilt Sexarbeiterin

Das Amtsgericht Fürth hat eine 41-Jährige wegen unerlaubter Prostitution zu einem Bußgeld verurteilt, nachdem eine Anwohnerin Anzeige erstattet hatte. Die Anwältin der Sexarbeiterin sah vor Gericht aber keinen Verstoß gegen die Corona-Beschränkungen.

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Von
  • Eleonore Birkenstock
  • Jonas Miller

Insgesamt soll die Frau 2.000 Euro wegen unerlaubter Prostitution bezahlen. Wie das Gericht mitteilt, hatte die Prostituierte im Dezember vergangenen Jahres sexuelle Dienstleistungen in ihrer Mietwohnung in Fürth angeboten. Eine Bewohnerin des Hauses, die dort mit Kindern lebt, erstattete Anzeige. Nachdem das städtische Ordnungsamt den Fall überprüft hatte, erließ es einen Bußgeldbescheid von 500 Euro wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Die 41-Jährige legte dagegen Einspruch ein, der Fall landete deswegen vor dem Amtsgericht.

Geldstrafe nun höher als im Bußgeldbescheid

Die Anwältin der Frau argumentierte vor Gericht, dass die von der Frau gemietete Wohnung keine "Prostitutionsstätte" sei. Dafür müsse eine andere Person sexuelle Dienstleistungen dort anbieten. Ihre Tätigkeit in ihrer Mietwohnung sei von den Corona-Beschränkungen somit nicht erfasst. Das Amtsgericht Fürth folgte dieser Argumentation nicht und hat die Sexarbeiterin zu einer höheren Geldbuße von 2.000 Euro verurteilt. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Die Betroffene kann beim Obersten Landesgericht Rechtsbeschwerde einlegen.

Sexgeschäft boomt auch während Corona

Wie viele andere stellt die Coronavirus-Pandemie auch Sexarbeiterinnen vor existenzielle Herausforderungen. Bordelle durften zwar in den vergangenen Monaten in einigen Bundesländern unter Auflagen wieder öffnen, mit der nun geplanten Notbremse dürfen sie es dann aber nicht mehr. Trotzdem boomt das Sex-Geschäft laut Medienberichten bundesweit. In Bayern kommt es trotz Verbots immer wieder zu illegaler Prostitution.

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