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Prostituiertenmord: Angehörige reagieren erleichtert auf Urteil | BR24

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Fast 26 Jahre nach dem Mord an einer Augsburger Prostituierten ist das Urteil gefallen: lebenslange Haft für den Angeklagten. Das Landgericht Augsburg sprach den 50-Jährigen wegen Mordes und Vergewaltigung schuldig.

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Prostituiertenmord: Angehörige reagieren erleichtert auf Urteil

Jahrzehntelang war der Mord an einer Augsburger Prostituierten ungeklärt. Dann holte die Kripo den Fall aus dem Archiv und entdeckte neue DNA-Spuren. Die Ermittler fanden so viele Indizien, dass es jetzt für einen Schuldspruch reichte.

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Das Verbrechen liegt mehr als ein Vierteljahrhundert zurück. Es geschah bei Dunkelheit in einer abgelegenen Straße. Dort wurde die 36 Jahre alte Prostituierte im Herbst 1993 von einem Freier erwürgt. Niemand hat damals etwas gesehen. Und doch ist am Freitag in dem Fall ein Mann verurteilt worden. Das Landgericht Augsburg verhängte eine lebenslange Haftstrafe gegen den 50-Jährigen - wegen Mordes.

Verteidiger wollen Rechtsmittel einlegen

Eine der drei Töchter der Frau sagte nach der Urteilsverkündung: "Wir sind erleichtert." Die Familie könne mit dem Urteil leben, auch wenn das Motiv für die Gewalttat nach wie vor unklar sei. Die Anwälte des Angeklagten kündigten hingegen an, Rechtsmittel einzulegen. Der Fall könnte also in die nächste Instanz gehen.

Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt, weil die Indizien ihrer Ansicht nach nicht ausreichen. Die Strafkammer betonte hingegen, dass der Mann insbesondere wegen neuer DNA-Spuren überführt sei.

Freier hatte zu Vorwürfen geschwiegen

Die Augsburger Kriminalpolizei hatte sich vor wenigen Jahren den "Cold Case" aus den 90er Jahren noch einmal vorgenommen und mit modernen Analysemethoden den genetischen Fingerabdruck des Mannes entdeckt.

Der Angeklagte hatte im Prozess zu allen Vorwürfen geschwiegen. Bei der Kripo hatte er zuvor ausgesagt, dass er die ermordete Prostituierte nicht gekannt habe. Er räumte allerdings ein, regelmäßig auf dem Augsburger Straßenstrich Sex gekauft zu haben. Dort war das Opfer tätig.

Rund 120 Zeugen wurden vernommen

Das Gericht nahm sich nun rund vier Monate Zeit, um die Geschehnisse aus dem Jahr 1993 zu rekonstruieren. Andere Freier der Frau wurden als Zeugen geladen - und nach Angaben der Richterin allesamt als Täter ausgeschlossen. In den 25 Verhandlungstagen wurden rund 120 Zeugen und mehrere Sachverständige gehört.

Letztlich verurteilte die Kammer den 50-Jährigen auch wegen einer Vergewaltigung im Jahr 2017. Zu diesem Vorwurf hatte der Angeklagte ebenfalls in dem Prozess geschwiegen. In diesem Fall war eine Bekannte des Mannes das Opfer. Das Gericht stufte die Frau als glaubwürdig ein.

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1993 wurde in Augsburg eine Prostituierte ermordet. DNA-Spuren führten nun zum Täter. Nach einem aufwendigen Indizienproszess wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.