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Prost, Corona! Welche Städte auf ein Alkoholverbot setzen | BR24

© dpa/pa, Wolfram Steinberg

Leere Falschen auf einem Tisch im Park

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    Prost, Corona! Welche Städte auf ein Alkoholverbot setzen

    Geschlossene Clubs und Discos veranlassen junge Menschen dazu, auf öffentlichen Plätzen zu feiern. Dabei fließt oft Alkohol. Mit der Empfehlung des Innenministeriums, ein Alkoholverbot zu überprüfen, gehen bayerische Städte unterschiedlich um.

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    Von
    • Vera Cornette

    Leere Schnapsflaschen, Plastikbecher mit den Resten von Limetten und zerkauten Strohhalmen: so sieht es nicht nur samstags- oder sonntagsfrüh am Bismarckplatz in Regensburg aus. Regensburg ist bei weitem nicht die einzige bayerische Stadt, die in diesem Corona-Sommer mit nächtlichen Partys und Versammlungen zu tun hat. München, Nürnberg, Augsburg und viele mittlere und kleinere Städte kennen diese Probleme.

    Appelle nützen nichts

    Geschlossene Clubs und Bars verstärken den Nutzungsdruck auf öffentlichen Plätzen und Grünflächen. Ende Juli appellierte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an die Kommunen, Alkoholverbote im öffentlichen Raum zu prüfen. Es komme immer wieder "alkoholbedingt zu unvertretbaren Menschenansammlungen ohne Mindestabstände", so Herrmann in einer Mitteilung.

    Alkoholverbot während Gäubodenfest-Zeit

    Ein Appell, der aber auf ein geteiltes Echo gestoßen ist: Manche Städte haben schon Verbote, manche sehen keine Notwendigkeit, andere haben eigene Konzepte. Dem bayerischen Städtetag liegen keine Informationen vor, welche Kommunen coronabedingt ein Alkoholverbot verhängt haben. Mit Ausnahme von Straubing: Markus Pannermayr, Oberbürgermeister von Straubing und gleichzeitig Vorsitzender des bayerischen Städtetags, hat für die Zeit des abgesagten Gäubodenfestes, also noch bis zum 17. August, ein Alkoholverbot an zwei öffentlichen Plätzen erlassen. Große Verstöße hat die Polizei bisher nicht ahnden müssen, teilte die Stadt dem Bayerischen Rundfunk mit.

    Augsburg: To-Go-Verkauf endet um 24 Uhr

    Schon vor der Aufforderung des Innenministeriums hat der Augsburger Stadtrat sein Sommerkonzept beschlossen: Seit Juli gilt unter anderem, dass um 24 Uhr der To-Go-Verkauf endet, die Außengastronomie bis 1 Uhr öffnen darf und frequentierte Straßen wie die Maxstraße verkehrsberuhigt wurden. Laut Frank Pintsch, Stadtrat von Augsburg, geht das Konzept "Gesundheitsschutz priorisieren, Freiheiten nicht abwürgen" bisher auf.

    Fürth braucht kein Verbot

    In Fürth ergab eine Überprüfung des Ordnungsamts, dass kein Alkoholverbot für öffentliche Plätze verhängt werden müsse. Dennoch gibt es bereits für öffentliche Grünflächen strenge Regeln, die den Alkoholkonsum stark einschränken. Ein paar Kilometer weiter in Nürnberg gibt es bereits Alkoholverbote, beispielsweise um den Hauptbahnhof. Nach der Empfehlung des Innenministeriums wurde an drei weiteren Orten der Alkoholkonsum eingeschränkt. Ingolstadt dagegen meldet "keine größeren Vorkommnisse", in Sachen Corona-Infektionen nach Alkoholkonsum im öffentlichen Raum.

    Von allen Stadtverwaltungen und Ordnungsämtern ist der gleiche Tenor zu hören: Werden die Probleme größer, steigen die Infektionszahlen, werden Alkoholverbote geprüft und Auflagen verschärft.

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