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Professor belegt: UV-C-Gerät vernichtet Coronaviren | BR24

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Mit UV-Licht gegen Corona. Seit Beginn der Pandemie kommen immer neue Luftreiniger auf den Markt. Bayerische Firmen mischen auch mit.

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Professor belegt: UV-C-Gerät vernichtet Coronaviren

Wie lässt sich trotz Corona wieder ein normales Leben realisieren? Möglicherweise durch den Einsatz von UV-C-Strahlen. Denn sie können Coronaviren zerstören - aber auch Menschen schädigen. Doch eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung macht Mut.

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Von
  • Susanne Pfaller

Professor Herbert Plischke steht in der Hochschule München, im Labor seiner Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik. Der studierte Mediziner und Elektroingenieur testet hier ein neues Entkeimungsgerät.

Nach Angaben des Herstellers aus dem oberbayerischen Geisenfeld vernichtet dieses Gerät mit Hilfe von UV-C-Strahlen Coronaviren, ohne dabei die Menschen im Raum zu gefährden.

Plischke: "Gerät ist sicher für die Menschen"

Mit einem speziellen Apparat, einem Spektroradiometer, misst Plischke, wie viele UV-C-Strahlen aus dem Entkeimungsgerät dringen. Der Wert liegt weit unter der Norm. Damit steht für ihn fest: "Da kommen keine UV-C-Strahlen raus. Das Gerät ist sicher für die Menschen".

Zusammen mit seinem Forscherteam hat er auch geprüft, ob das Gerät dennoch effektiv arbeitet, also die gewünschte Wirkung zeigt. "Das Gerät kann Viren abtöten zu 99,9 Prozent", erklärt Plischke. "Auch Coronaviren. Das heißt: Das Gerät bringt was und es ist sicher."

Testergebnis entkräftet Bedenken

Ein derart positives, wissenschaftlich fundiertes Testergebnis hat bislang gefehlt. Es bringt die Diskussion um UV-C-Strahlen als potentiellen Killer des Coronavirus auf ein neues Niveau. Bislang war die Frage umstritten, ob UV-C-Strahlen auch in belebten Räumen Teil der Lösung sein können oder eher eine Gefahr darstellen.

Denn UV-C-Strahlen schädigen grundsätzlich nicht nur Viren, sondern auch Menschen. Deshalb werden sie bislang fast ausschließlich zur Desinfektion von menschenleeren Räumen wie OP-Sälen oder Krankenwägen verwendet.

Gesundheitsministerium fördert keine UV-C-Geräte

Das bayerische Gesundheitsministerium lehnt bislang den Einsatz von UV-C-Geräten in belebten Räumen ab. Die Behörde klammert solche Apparate auch aus, wenn es um die Förderung von Geräten zur Luftreinigung in Schulen geht und verweist dabei auf technische Anforderungen.

Umweltbundesamt gibt sich etwas offener

Das Umweltbundesamt (UBA) sieht die Thematik differenzierter. Die Behörde weist zwar auf die gesundheitlichen Gefahren hin, die von UV-C-Strahlen ausgehen, stellt aber auch klar, dass das Risiko grundsätzlich beherrschbar sei.

"Für die Augen und die Haut stellt UV-C-Strahlung ein gesundheitliches Risiko dar", heißt es aus dem UBA. "Deswegen wird der Einsatz dieser Strahlungsquellen aus Sicherheitsgründen vom UBA als UV-C Lampe und auch in mobilen Luftreinigern für den nicht gewerblichen Einsatz kritisch betrachtet. Letztere sollten in öffentlichen Bereichen nur eingesetzt werden, wenn gesichert ist, dass keine Freisetzung des UV-Lichts erfolgen kann."

Unproblematisch bei Wahrung der Sicherheitsstandards

Unter Einhaltung von Sicherheitsstandards hält das Bundesamt für Strahlenschutz den Einsatz von UV-C-Geräten auch in belebten Räumen für unproblematisch.

"Desinfektionssysteme oder Verfahren, bei denen Personen sicher vor der UV-Strahlung geschützt sind, sind aus Sicht des Strahlenschutzes unproblematisch", so die Behörde. "Dazu gehören Systeme, bei denen die UV-C-Quelle in einer geschlossenen Einheit verbaut ist oder durch Abschirmung der Quelle sichergestellt ist, dass anwesende Personen keiner UV-C-Strahlung ausgesetzt sind. Bei der Raumluftdesinfektion wären das beispielsweise Anlagen, bei denen die Raumluft an einer abgeschirmten UV-C-Quelle vorbeigeführt wird."

UV-C-Gerät wird in Geisenfeld produziert

Die vom Bundesamt für Strahlenschutz aufgestellten Sicherheitsstandards hält das UV-C-Gerät der Firma Caereo in Geisenfeld ein. Das belegen die Tests an der Hochschule München. Das Gerät besteht aus einer geschlossenen Metall-Kassette, die die UV-C-Strahlung komplett vom Außenraum abschottet.

In das Gerät hinein gelangt nur die Luft, die ein Gebläse an einer UV-C-Röhre vorbeizieht. Auf diese Weise wird die Luft entkeimt. Für den Hersteller Olaf Rautner ist das Testergebnis der Hochschule München ein Meilenstein.

"Ich hoffe, dass mit der wissenschaftlichen Untersuchung Vertrauen geschaffen werden kann", so Rautner. "Und vielleicht überlegt sich auch die Staatsregierung und das Kulturministerium, diese Technik in das Förderprogramm für Schulen aufzunehmen. Denn dort könnte diese Entkeimungstechnik viel Gutes bewirken."

Einsatz möglich in Seniorenheimen und Schulen

In mehreren Arztpraxen, Rathäusern, Büros und Läden hängen die Geräte aus Geisenfeld bereits. Professor Plischke sieht vielfältige Einsatzmöglichkeiten: "Sie können diese Technik in Unternehmen, Schulen und Kitas einsetzen. Sie können sie aber auch in Seniorenheimen einsetzen, um vielleicht mehr Besuche ermöglichen zu können."

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Coronaviren können durch UV-C-Strahlen zerstört werden

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