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Problemvogel Kormoran? | BR24

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Problemvogel Kormoran?

Einst vom Aussterben bedroht, leben mittlerweile laut Landesfischereiverband 10.000 Kormorane allein in Bayern. Laut Verband, ein Problem, denn die Vögel belagern eisfreie Flüsse und Bäche und fressen so viele Fische, dass der Bestand gefährdet ist.

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Bei der aktuellen Kälte brauchen Kormorane besonders viel Nahrung. Und weil viele Gewässer zugefroren sind, stürzen sich laut Landesfischereiverband Bayern, LFV, vielerorts Trupps von bis zu mehreren hundert Kormoranen auf die eisfreien Flüsse und Bäche. Dadurch geraten nach Ansicht des Verbands die "ohnehin angeschlagenen Fischbestände zusätzlich unter Druck".

Abschuss von Kormoranen

Im Gegensatz zu den meisten Fischarten sei der Kormoran schon lange nicht mehr gefährdet und dessen Bestände in Europa mittlerweile so hoch wie nie zuvor. Der Verband fordert deshalb, die Erlaubnis zum Vergrämen und zum gezielten Abschießen von Kormoranen zu verlängern. Die entsprechende artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung läuft laut LFV in diesem Jahr aus.

Vogelschützer relativieren - Zahl der Kormorane unterschiedlich

Der Landesband für Vogelschutz in Bayern, LBV, relativiert die Aussagen der Fischer. Viele Kormorane ziehen laut LBV-Sprecher Andreas von Lindeiner weiter, wenn die Nahrung knapp ist. So hat der Verband bei seinen Schlafplatzzählungen festgestellt, dass sich die Zahl der Vögel im Winter oft um die Hälfte verringert. Es gebe beispielsweise auch Schlafplätze, zum Beispiel am Rothsee, wo zur Zeit gar keine Kormorane mehr übernachten, bislang waren dort regelmäßig ca. 200 Vögel pro Nacht.

Auch Vogelschutz-Verband befürwortet Abschuss

Auch der Vogelschutz-Verband hält es im Prinzip für richtig, die Erlaubnis, Kormorane abzuschießen, zu verlängern. Allerdings müsse die Erlaubnis, laut Andreas von Lindeiner, "vernünftig" angewandt werden. Schieße man die Vögel wahllos ab, könne es passieren, dass nachkommende Kormorane die leergeschossenenen Plätze einfach wieder auffüllen. Deshalb müsse der Abschuss abgestimmt und koordiniert werden.

Fischbestände nur zum Teil gefährdet - laut Vogelschützer

Lindeiner relativierte auch die Aussage der Fischer, dass Kormorane die Fischbestände gefährdeten. Zwar könnten Kormorane an Fischteichen wirtschaftliche Schäden anrichten, allerdings habe nicht jeder Fisch auch einen wirtschaftlichen Wert. So spielten einige Weißfische wie Brachse, Rotfeder oder Rotauge wirtschaftlich keine Rolle und daher gebe es auch keine Probleme, denn es gebe "Weißfischbestände ohne Ende."