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Höchstädt ist eine Stadt mit langer Brautradition. Heute aber gibt es keine einzige Brauerei mehr dort. Diese Tradition soll jetzt wieder aufleben, mit einem Bier nach altem Rezept - noch dazu für einen guten Zweck.

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"Prinz Eugen Bier" - Bier nach altem Rezept für guten Zweck

Höchstädt ist eine Stadt mit langer Brautradition. Heute aber gibt es keine einzige Brauerei mehr dort. Diese Tradition soll jetzt wieder aufleben, mit einem Bier nach altem Rezept - noch dazu für einen guten Zweck.

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Von
  • Judith Zacher

Wasser, Malz und Gerste: Das sind die Zutaten fürs Bierbrauen, gemäß Reinheitsgebot. Trotzdem gibt es spezielle Rezepte für jedes Bier, so auch für das Höchstädter „Prinz-Eugen-Bier“, das Brauer Benedikt Deniffel jetzt wieder zum Leben erweckt hat.

Traditionelles Höchstädter Bier wieder aufleben lassen

Die Idee kam vom Höchstädter Manuel Knoll: Sein Großvater hatte ihm von den vielen Brauereien erzählt, die es früher in der Stadt gab. Heute ist keine mehr davon da. Eine stand direkt neben der Kirche samt Brauereigasthof. Darin: Das Prinz-Eugen-Zimmer, in dem die Geistlichen bei ihren Dekanatstreffen früher ein kühles Bier zu trinken pflegten. Mit dieser Verbindung kam dem jungen Kirchenvorstandsmitglied Manuel Knoll eine Idee: Warum nicht ein traditionelles Höchstädter Bier wieder brauen, und einen Teil des Erlöses spenden?

Spenden zugunsten der Höchstädter Stadtpfarrkirche

Gespendet werden soll für die Sanierung der Stadtpfarrkirche: Seit Weihnachten 2018 dürfen dort nur noch deshalb Gottesdienste gefeiert werden, weil ein Gerüst das Deckengewölbe stützt. Inzwischen seien die Untersuchungen abgeschlossen, sobald das Denkmalamt das „Go“ gebe, so Stadtpfarrer Daniel Ertl, könne man mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Allerdings steht die Finanzierung für das Gesamtprojekt noch nicht, deshalb die Idee mit dem Bier: Der Verkauf soll einen kleinen Beitrag leisten, um die fünf Euro pro Kasten kommen der Sanierung der Kirche zugute.

Bier - gebraut nach altem Rezept

Bernsteinfarben ist das Bier, hat einen „leichten Schaum, der feinporig im Glas liegt“, schwärmt der junge Brauer Benedikt Deniffel. Er hat sich mit einem ehemaligen Höchstädter Braumeister über das Rezept unterhalten und alles notiert:

Pilsner, Münchner und Karamellmalz werden verwendet, im Rezept steht auch, wie viel Hopfen wann gegeben wird – alte deutsche Landsorten aus der Hallertau verwendet Deniffel dafür. „Das ergibt dann den typischen grasigen hopfenaromatischen Geschmack wie früher“, sagt der Brauer. Auch die Zeiten, wie lange bei welchen Temperaturen gerastet werden muss, um den Malzzucker aus der Würze zu lösen, sind festgelegt. Entstanden ist ein Bier, das auch Pfarrer Daniel Ertl lobt: Eigentlich sei er Weintrinker, schmunzelt Ertl, aber dieses Bier schmecke ihm wirklich gut.

Feldherr Prinz Eugen auf dem Etikett der Bierflasche

Auch das Etikett ist besonders: Bereits 1954 wurde dieses Bier gebraut, zum Andenken an die Schlacht bei Höchstädt von 1704. Deshalb prangt auf dem Etikett der österreichische Feldherr Prinz Eugen, der zum Sieg der österreichischen Truppen bei dieser bedeutenden Schlacht beigetragen hat. Daneben das Höchstädter Schloss. Neu am Etikett ist, dass auch die Stadtpfarrkirche abgebildet ist, gemäß alter Pläne, die der Höchstädter historische Verein zur Verfügung gestellt hat.

Bier-Verkauf „rund um die Uhr“

Verkauft wird das Bier in einigen Getränkemärkten im Landkreis und im Pfarrbüro. Eigentlich zu den üblichen Öffnungszeiten, aber, sofern er zuhause ist, will auch Pfarrer Daniel Ertl gern mal Verkäufer sein: Damit gibt es das „Prinz-Eugen-Bier“ fast rund um die Uhr, schmunzelt der Pfarrer. Einfach klingeln.

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