BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Priesterseminare in Bayern auf dem Prüfstand | BR24

© dpa/ picture alliance

Das Priesterseminar in München könnte laut den Plänen der Bischofskonferenz als einziges in Bayern bestehen bleiben

2
Per Mail sharen

    Priesterseminare in Bayern auf dem Prüfstand

    Die Deutsche Bischofskonferenz plant, die Priester-Ausbildung bundesweit auf drei Standorte zu konzentrieren. Demnach soll es in Bayern nur noch ein Priesterseminar in München geben, was das Aus für Regensburg und Augsburg bedeuten würde.

    2
    Per Mail sharen

    Nach der Ankündigung der Deutschen Bischofskonferenz, die Ausbildung der Priester künftig nur noch an drei Standorten in Deutschland durchführen zu wollen, stehen mehrere Priesterseminare in Bayern möglicherweise vor dem Aus.

    Das Bistum Regensburg hat daher bereits Widerstand gegen die Pläne der Deutschen Bischofskonferenz angekündigt. Das Bistum Augsburg will sich auf BR-Anfrage noch nicht festlegen und verweist darauf, dass es sich lediglich um Überlegungen handle. Auch im Bistum Eichstätt werden noch Priester ausgebildet. Das Priesterseminar Würzburg hatte schon vor einigen Monaten beschlossen, bis nächstes Jahr die Priester-Ausbildung nach München zu verlagern.

    Priesterseminar nur noch in München, Mainz und Münster geplant

    Die Bischofskonferenz plant, die Ausbildung der Priester deutschlandweit auf München, Mainz und Münster zu konzentrieren. Denn: Es gibt zu wenige Kandidaten. In den vergangenen Jahren sind jährlich deutschlandweit nur unter hundert Männer in die Priesterseminare eingetreten. Die Pläne für eine mögliche Umstrukturierung hatte der Münsteraner Bischof Felix Genn vorgelegt, der in der Deutschen Bischofskonferenz für die Priesterseminare zuständig ist.

    Viele traditionsreiche Priesterseminare sind bereits mit anderen zusammengelegt worden. Wie etwa die Passauer Priesterseminaristen, die seit 2008 in Regensburg ausgebildet werden. Die Häuser sind für die Anzahl der Seminaristen oft viel zu groß und auf das Fünf- bis Zehnfache ausgelegt. Ein Ziel der Reformvorschläge der Deutschen Bischofskonferenz ist es daher auch, dass die Priesteramtsanwärter in einer größeren Gruppe ausgebildet werden und damit wieder mehr Gemeinschaft erfahren.

    Eichstätt von möglicher Schließung nicht betroffen

    Das Priesterseminar in Eichstätt ist von den Plänen der Deutschen Bischofskonferenz und einer möglichen Schließung nicht betroffen. Das teilte die Pressestelle auf BR-Anfrage mit. Das Priesterseminar in Eichstätt ist unterteilt in das Collegium Willibaldinum, die diözesane Priesterausbildung und das Collegium Orientale.

    Das ist die weltweit einzige Fakultät, in der neben Priestern auch Kleriker verschiedener orthodoxer und orientalischer Kirchen studieren können. Deshalb gibt es dort besonders viele Studierende. "Bischof Hanke setzt sich mit Nachdruck für den Erhalt des Collegium Willibaldinums als Ausbildungsstätte für Priester ein", heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums.

    Regensburg will "in absehbarer Zeit" nichts ändern

    Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Pläne meldeten sich schon die ersten Kritiker zu Wort: Das Bistum Regensburg will trotz der Pläne sein eigenes Priesterseminar behalten und denkt nicht daran, an der Ausbildung etwas zu ändern. Das sagte ein Bistumssprecher auf BR-Anfrage.

    Aktuell sind 30 Männer in Regensburg im Priesterseminar. Der Bistumsnachwuchs aus Ostbayern werde weiterhin in Regensburg ausgebildet, heißt es. Man sehe keinen Grund, daran "in absehbarer Zeit" etwas zu ändern.

    Augsburg will sich nicht "an Spekulationen beteiligen"

    Genauso wie Regensburg verweist auch das Bistum Augsburg darauf, dass es sich bei den Plänen um eine "Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen" handelt. "Im Bistum Augsburg sind derzeit 26 Männer auf dem Weg, Priester zu werden", schreibt Nicolas Schnall von der Pressestelle.

    Die Frage, wie das Bistum zu den Plänen steht, blieb offen. Da es sich nur um Vorschläge handelt, sieht der Augsburger Bischof "keine Veranlassung, sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt an Spekulationen zu beteiligen".

    Würzburger Seminaristen wechseln 2021 nach München

    In Würzburg werden aktuell noch Priester ausgebildet, allerdings nur noch bis zum Herbst 2021. Bereits Ende März gab das Bistum in einer Presseerklärung bekannt: "Die Priesteramtskandidaten des Erzbistums Bamberg und des Bistums Würzburg werden künftig in München studieren."

    Bereits im Herbst ziehen Studierende der zweiten Studienhälfte nach München. Im Jahr darauf folgt die zweite Hälfte. Leidlich fünf Priesterseminaristen kommen aktuell aus dem Bistum Würzburg, zwei aus dem Bistum Bamberg. Trotzdem sollen in Würzburg und Bamberg die Ausbildungshäuser erhalten bleiben, für die Aus- und Fortbildung von Menschen in Seelsorge-Berufen.

    "Gemeinsam wollen wir diese Herausforderung angehen. Für die aktuellen und zukünftigen Priesteramtskandidaten ist es wichtig, dass wir ihnen eine ganzheitliche Ausbildung bieten. Hierzu gehören neben dem Studium eine große und vielfältige Seminargemeinschaft und eine gute spirituelle Begleitung." Franz Jung, Bischof von Würzburg, und Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, in einer Pressemitteilung

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!