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Premiere für den "Roadzipper": Wunderwaffe gegen Baustellen-Stau | BR24

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Der Roadzipper kann Betonschutzwände von Autobahnspuren vollautomatisiert umsetzen. Der Berufsverkehr im Baustellenbereich lässt sich so besser managen.

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Premiere für den "Roadzipper": Wunderwaffe gegen Baustellen-Stau

Erstmals ist auf Deutschlands Straßen ein "Roadzipper" unterwegs. Das Fahrzeug kann Fahrspuren je nach Bedarf beiden Autobahn-Richtungen zuordnen. Speziell der Berufsverkehr in einem Baustellenbereich lässt sich so besser managen - etwa auf der A9.

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Auf der Autobahn A9 zwischen Holledau und Langenbruck wird in Fahrtrichung Nürnberg die Straße neu gebaut. Pendler müssen deshalb zwei Spuren der eigentlichen Gegenfahrbahn nutzen. In solchen Situationen kommt nun eine neue "Wunderwaffe", der sogenannte Roadzipper ins Spiel. Er ähnelt einem Lastwagen und schafft innerhalb einer Stunde etwas, was sonst mehrere Tage dauert: Aus zwei Fahrspuren macht er drei.

Betonteile werden um drei Meter verschoben

Möglich machen dies ein Reißverschluss-System am Fahrzeug selbst und 9.000 einzelne Betonteile, die einen neun Kilometer langen Schutzwall bilden. Das Verschieben des Schutzwalls funktioniert so: Der Roadzipper greift auf seiner linken Frontseite die Betonteile und hebt sie an. Anschließend schiebt er sie mithilfe einer Schiene um drei Meter nach rechts. Dort wird die Betonkette wieder abgesetzt. Auf diese Weise entsteht in seiner Fahrtrichtung eine neue Spur. Dem Gegenverkehr wird quasi eine Fahrbahn gestohlen.

"Nehmen wir mal an, Bayern München spielt in der Allianz-Arena. Zum Fußballspiel fahren alle in Richtung München. Da wäre es sinnvoll, drei Spuren Richtung München zu haben und zwei Spuren Richtung Nürnberg." Jens Gärtner, Autobahndirektion Südbayern

Sobald das Bayern-Spiel beendet sei, könnte die Wand wieder umgestellt werden. Dann hätte man also wieder drei Spuren in Richtung Nürnberg und nur noch zwei Spuren in Richtung München.

Weniger Staus und Schutz für Bauarbeiter

Das Ziel: Das mobile Zipper-System soll im laufenden Betrieb Staus für Autofahrer verringern und gleichzeitig Bauarbeiter vor der gefährlichen Sogwirkung von vorbeifahrenden Autos schützen. Die wesentliche Neuerung ist, dass dabei die Trennwände aus Beton nicht mehr händisch, sondern maschinell versetzt werden.

Erste Ergebnisse erhofft sich das Bayerische Verkehrsministerium bis 2021. Laut Minister Hans Reichhart (CSU) ist Bayern das erste Bundesland, das dieses System aus den USA in einem Pilotverfahren testet.

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Premiere für den "Roadzipper" auf Deutschlands Straßen: Das Fahrzeug kann Fahrspuren je nach Bedarf beiden Autobahn-Richtungen zuordnen. Speziell der Berufsverkehr in einem Baustellenbereich lässt sich so besser managen – etwa auf der A9.