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Große Freude bei der Mittelschule Hummelsteiner Weg in Nürnberg: Die Bundeszentrale für politische Bildung hat gleich zwei Projekte der Schule ausgezeichnet. Zur Belohnung darf die 7b nach Bonn fahren.

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Preisregen: Nürnberger Mittelschule gewinnt zwei Wettbewerbe

Die beste Schülerzeitung Deutschlands kommt aus der Nürnberger Mittelschule Hummelsteiner Weg. Damit aber nicht genug: Auch bei einem Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung landete die Schule einen Volltreffer. Und den Hauptpreis.

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Von
  • Nicole Schmitt

Diese Überraschung ist gelungen. Am Mittwochmorgen bekommen die gut zwanzig Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b in der Nürnberger Südstadt hohen Besuch aus Bonn. Der Leiter des Schülerwettbewerbs für politische Bildung, Hans-Georg Lambertz, ist extra in den Süden der Republik gereist, um die Wahnsinns-Nachricht selbst zu verkünden. Denn die 7b hat den ersten Preis im Schülerwettbewerb zur politischen Bildung gewonnen.

"Die Jury war begeistert!"

"Ihr habt eine ganz tolle Leistung abgeliefert. Die Jury war total begeistert von eurem Beitrag", sagt er den Jugendlichen. Was Hans-Georg Lambertz von der Bundeszentrale für politische Bildung da von sich gibt, können die Siebtklässler im ersten Moment noch gar nicht fassen. Sie sollen den Bundessieg davongetragen haben? Unglaublich! "Ich war am Anfang total schockiert, weil ich gar nicht wusste, worum es geht. Und dann habe ich mich richtig gefreut", fasst Klassensprecherin Merve Kiziltoprak ihre Freude in Worte.

Schüler wussten nichts von Auszeichnung

An komplett erstaunte Gesichter, die selbst hinter den Masken noch zu erkennen sind, hat sich Hans-Georg Lambertz mittlerweile gewöhnt. "Das ist wohl der schönste Teil meines Jobs", sagt er. Das will er sich auch in Pandemiezeiten nicht nehmen lassen. Der persönliche Besuch sei ein besonderes Zeichen der Wertschätzung. Damit die Überraschung gelingt, hatte Lambertz in Klassenleiterin Gabi Weber eine gute Verbündete. Sie hat die Schülerinnen und Schüler, die normalerweise noch im Distanzunterricht gewesen wären, unter einem Vorwand ins Schulhaus der Mittelschule gelockt. "Ich hab gesagt, dass ich schauen muss, ob die Zeugnisse unterschrieben sind", erzählt sie augenzwinkernd.

Siebtklässler drehen dreiminütiges Video

Die kleine Notlüge hat sich gelohnt. Nach der ersten Aufregung ist die Freude bei den Siebtklässlern groß. Dass sie für ihr Video, das sie komplett in Eigenregie produziert haben, eine solche Auszeichnung erhalten, hätten sie nicht gedacht. In dem dreiminütigen Film zum Thema "Umweltdetektive decken auf!" haben die Siebtklässler ihr Schulgebäude genau unter die Lupe genommen. Dabei agierten sie hinter und vor der Kamera. Die 14-jährige Ganna El-Rawi erzählt, dass es für sie anfangs sehr ungewöhnlich war, vor der Kamera zu stehen, "aber dann habe ich mich daran gewöhnt." Und ihre Mitschülerin Francesca Molino ergänzt: "Ich war so aufgeregt, aber es hat mir Spaß gemacht."

Filmteam entdeckt Umweltsünden und bietet Lösungen

Auf ihrer filmischen Tour durchs Schulhaus entdecken die Jugendlichen so einige Umweltsünden. Zum Beispiel eine Heizung, die immer in Betrieb ist – und viel zu viel Müll im Abfalleimer. Die Schülerinnen und Schüler bieten aber auch Lösungsvorschläge an und riefen an der Mittelschule einige Aktionen ins Leben, welche den ökologischen Fußabdruck der Schule verbessern soll. Nun gibt es spezielle Pfandbehälter für Einwegflaschen, die vorher vielfach weggeschmissen wurden. Und auch ein (fast) stromfreier Schultag wurde ins Leben gerufen. Außerdem machten die Schülerinnen und Schüler in der Schülerzeitung auf die Probleme aufmerksam.

Schülerzeitung "Hummelnews" ist die beste in Deutschland

Und eben diese Schülerzeitung "Hummelnews" widmet sich gern Themen mit Substanz. Sie wurde eben wieder zur besten in ganz Deutschland gekürt. "Wir waren echt glücklich", sagt Kristiana Leka, Mitglied der Redaktion. Und das völlig zurecht. Denn die "Hummelnews" greifen Themen auf, die unter die Haut gehen. Neben den normalen Schulthemen finden sich in dem Blatt auch Artikel über Schmerz, Depression, Flüchtlinge und Frauenrechte. "Das kommt gut an, weil es auch ein wichtiges Thema ist", erklärt Marija Borzoo, die den Artikel über Frauenrechte verfasst hat. Die Rechte von Frauen seien überall wichtig, auch wenn das in vielen Ländern noch nicht so ist. In ihrer Schülerzeitung versuchen die zwölf Blattmacherinnen und Blattmacher, Themen zu finden, mit denen sich die Leser auch identifizieren können, ergänzt ihre Mitschülerin Aylin Aydin.

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Bildrechte: BR-Studio Franken/Nicole Schmitt

Die Nachwuchsredakteurinnen Kristiana Leka, Aylin Aydin und Marija Borzoo (von links nach rechts) mit der Gewinnerausgabe der "Hummelnews".

1.000 Euro Preisgeld für die "Hummelnews"

Die gut recherchierten Geschichten in der "Hummelnews" jedenfalls waren der Jury des Schülerzeitungswettbewerbs 1.000 Euro wert. Ein Teil des Preisgelds soll für die Druckkosten verwendet werden, sagt Lehrerin Gabi Weber. Aber natürlich sei auch ein gemeinsamer Ausflug oder eine Siegesfeier im Sommer geplant, sofern dass die Corona-Situation zulasse.

Piazolo lobt Professionalität der bayerischen Schülerzeitungen

Neben der Mittelschule Hummelsteiner Weg schafften es in Bayern noch weitere 13 Schulen auf das Siegerpodest des diesjährigen bundesweiten Schülerzeitungswettbewerbs. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist deshalb voll des Lobes: "Der Erfolg zeigt nicht nur das große Engagement und Talent unserer jungen Nachwuchsredakteure. Er spricht auch für das reichhaltige Angebot von außerunterrichtlichen Aktivitäten an unseren Schulen. Ich bin beeindruckt, wie vielfältig und kreativ die Siegerbeiträge sind. Das hohe Niveau und die professionelle Aufmachung der Schülerzeitungen verdienen höchste Anerkennung!"

Siebtklässler fahren nach Bonn

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b, die das Sieger-Video produzierten, müssen sich währenddessen noch auf ihre Siegesfeier gedulden. Ihr Preis ist eine fünftägige Klassenfahrt nach Bonn mit einem tollen Ausflugsprogramm. Unter anderem stehen ein Besuch des Hauses der Geschichte, des Freizeitparks "Phantasialand" und eine Schifffahrt auf dem Rhein an. Wenn nichts dazwischenkommt, soll Reise im Juni stattfinden – gefreut aber haben sich die Schülerinnen und Schüler heute schon.

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