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Vor dem Aus: Dem preisgekrönten "FabLab e.V. Region Nürnberg" brechen die Sponsoren weg, den Bastlern aller Altersgruppen die Werkstatträume.

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Preisgekröntes Repair-Café "FabLab" steht vor dem Aus

Eine zehnjahrelange Erfolgsgeschichte, zwei Nachhaltigkeitspreise und mehr als 150 Mitglieder, doch jetzt brechen dem "FabLab e.V. Region Nürnberg" die Sponsoren weg und den Bastlern aller Altersgruppen die Werkstatträume.

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Von
  • Rika Dechant

Roland Hein schaut noch immer regelmäßig nach dem Rechten. In den Werkstätten, wo normalerweise die Bastler und Tüftler für Unordnung sorgen, ist jetzt sauber aufgeräumt. Der Elektroingenieur ist eines von mehr als 150 Mitgliedern der Initiative "FabLab Region Nürnberg". FabLab steht für "Fabrikations-Labor".

150 Fachleute teilen ihr Wissen mit Interessierten

Es ist eine offene Werkstatt in der Schwabacherstraße 512 in Fürth. Alle Geräte kann man hier verwenden: Bohrer, Drehbank und Fräse. Man kann Holz und Metall bearbeiten, all das, was man nicht im eigenen Keller machen kann, ist in dieser Werkstatt möglich. Es geht aber auch gänzlich ohne Schmutz und Späne: In der Schneiderwerkstatt oder am 3-D-Laserdrucker. Fachmännische Anleitung bieten die sogenannten "Lab-Manager". Diese Ehrenamtlichen schauen auch darauf, dass nichts passiert.

Ziel ist Generation von Wissen und Bildung

Es geht aber nicht nur darum, für alle Fragestellungen einen Profi zu finden. "FabLab" hat sich zur Aufgabe gemacht, Wissen und Bildung zu generieren. "Das heißt Zugang zu Wissen und Bildung für alle, generationsübergreifend. Hier können durchaus Rentner den Kindern zeigen, wie man an der Bohrmaschine arbeitet oder wie man irgendein Holzstück sägt", erklärt Roland Hein. Und umgekehrt werden erfahrene Mitglieder aus der Industrie auch auf talentierten Nachwuchs aufmerksam.

Zwei Umweltpreise für Nachhaltigkeit und Engagement in der Pandemie

Die bisherige Bilanz von einer der größten Initiativen ihrer Art in Deutschland: Zehn Jahre Erfolgsgeschichte und zwei "Umweltpreise für Nachhaltigkeit". Seit Beginn der Pandemie helfen die Ehrenamtlichen, indem sie Gottesdienste streamen oder auch spezielle Schutzmasken für medizinisches Personal entwerfen und herstellen.

Drohendes Aus wegen weggebrochener Sponsorengelder

Doch nun droht das Aus. Auch wenn sie digital mit einigen Bastlern Kontakt halten, indem sie ein "Repair-Café" anbieten, über das sie mit der Webcam bei Reparaturen helfen, es ist bei Weitem nicht dasselbe.

"Ein Punkt ist eben, dass uns ein Sponsor weggebrochen ist, wir keine öffentlichen Veranstaltungen mehr durchführen dürfen. Seit einem Jahr können nur noch Mitglieder ins "FabLab" rein, dadurch haben wir keine Spendeneinnahmen mehr." Sabrina Bohn, FabLab Region Nürnberg e.V.

Oberbürgermeister verspricht Unterstützung

Die Vorstände haben sich in ihrer Not an die Stadt Fürth gewandt. Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) hat reagiert: "Mich überzeugt das Konzept der engagierten und kreativen Leute, die hinter 'FabLab' stehen, und ich möchte diese gute und nachhaltige Idee weiter unterstützen. Dazu werde ich mich um Sponsorengelder bemühen." Die "FabLab"-Macher hoffen, dass diese Bemühungen bald erfolgreich verlaufen.

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In der Werkstatt des "FabLab Region Nürnberg" kann gebastelt, Kaputtes repariert und eine Menge über Technik gelernt werden. Das war ein großer Erfolg - bis die Pandemie kam. Jetzt steht der Verein vor dem Aus.

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