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Praxistest: Hotelbetrieb mit Corona-Regeln | BR24

© dpa/pa, Jeffrey Groeneweg

Urlauber an der Rezeption

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Praxistest: Hotelbetrieb mit Corona-Regeln

Die bayerischen Hotels setzen die Corona-Regeln der Staatsregierung um, und es scheint, als hätten sich Gäste und Personal an die AHA-Regeln gewöhnt: Abstand – Hygiene – Alltagsmaske.

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Die Hotels an den bekannten Sehenswürdigkeiten sind bereits wieder ausgebucht und nun gilt es die Regeln mit vielen Gästen in vollen Frühstücksräumen umzusetzen. Logistik ist alles, sagen sich die meisten Hotel-Chefinnen und -Chefs und bahnen den Gästen einen sicheren Weg.

Direkt am Chiemsee – komplett ausgebucht

Gleich an der Dampferanlegestelle in Prien am Chiemsee liegt das Drei-Sterne-Hotel Neuer am See und Oliver Notheiß ist dort Restaurantleiter. Mit kleinen Schweißperlen auf der Stirn und weißer Maske steht er am Eingang und zeigt auf die Schilder, die erklären, wie die Gäste sich verhalten müssen. "Also ich muss sagen, unsere Hausgäste, die sind schon sehr diszipliniert. Die werden ja bei der Anreise darauf hingewiesen, wie sie sich verhalten sollten beim Frühstück. Schlimmer ist es bei den À la Carte-Gästen – wenn es dann Kaffee und Kuchen gibt und ein Schiff kommt", so Oliver Notheiß. Die Gästen hielten sich alle nicht so an die Regeln. Er müsse denen dann erklären, wie sie sich verhalten sollen. Es stehe überall geschrieben, dass der Gast warten solle. Die meisten Gäste stürmten einfach rein und setzten sich an einen dreckigen Tisch. Das geht aber nicht, denn der müsse erst mal desinfiziert werden, erklärt der Restaurantleiter.

Pfeile und Wegemarkierungen

Das Hotel ist mit 70 Gästen ausgebucht und Rezeptionistin Caroline Wagner erklärt, wie die Abstandsregeln umgesetzt werden: "Das haben wir gelöst, durch ein Leitsystem mit Pfeilen, das ist wie ein Rundgang – man geht nicht da raus, wo man reingekommen ist, sondern die Leute müssen dann den Pfeilen folgen und dann entsteht auch kein Gegenverkehr. Und mit dem Aufzug: pro Familie oder pro Zimmer dürfen die Leute mitfahren. Da muss man Vertrauen haben und an die Vernunft der Leute denken. Man kann das nicht komplett kontrollieren, aber was wir so mitbekommen, sind die Gäste sehr verständnisvoll und auch einsichtig", meint Carolin Wagner.

Adieu Frühstücks-Buffet

Eine der größten Corona-Herausforderungen für den Restaurantleiter Oliver Notheiß war das Frühstücksbuffet. Wenn 70 Menschen frühstücken gehen, ist der Raum voll und die Gäste sollen möglichst an ihren Tischen bleiben. Das früher übliche, offene Büffet, an dem sich die Gäste selbst alles nehmen konnten, ist nun Vergangenheit – das neue Konzept ist eine Mischform, die schon am Tisch beginnt. Statt Kerzen, Blumen und Tischdecken gibt es nun Papierbögen. "Wir dürften schon Tischdecken benutzen, aber die müssten wir nach jedem Gast wechseln und waschen und neu eindecken und da haben wir uns für diese Variante entschieden. Was steht drauf: Was wir Ihnen am Tisch servieren, wie es abläuft das Ganze, wo sich der Gast was holen kann, am Buffet und auf Wunsch kann man bei uns dann die Eierspeisen bestellen und Kaffee und Tee", erklärt der Restaurantleiter. Pro Tisch bringen die Kellner eine große Wurst- und Käseplatte, die sich täglich ändert und üppig belegt ist. Der Nachteil davon ist, dass viel davon übrig bleibt.

Glasbehälter anstelle offener Schüsseln

Umso besser, sagt der Restaurantleiter, seien die Weckgläser am Büffet. Glasbehälter in unterschiedlichen Größen mit Deckel, die die Gäste sich an den Tisch nehmen. Müsli, Joghurt, Obstsalat – alles in Glas. Die allermeisten Gäste sind davon sehr angetan: Kein Abfall, die Gläser kommen bei 80 Grad in die Spülmaschine und alles ist hygienisch.

Gründlichere Reinigung in den Zimmern

Während die Gäste noch schlemmen oder schon auf ihren Ausflügen sind, schwitzt Zimmermädchen Nicole unter der Maske und putzt die Zimmer. Das hat sie seit jeher sehr gründlich gemacht. Aber wegen des Coronavirus ist einiges hinzugekommen: Nicole tauscht jeden Tag alle Handtücher aus, egal, ob gebraucht oder nicht, sie wirft die kleinen Packungen Duschgel und Shampoo generell weg, egal, ob sie jemand benutzt hat oder nicht, und sie desinfiziert alles, das wischbar ist, mit einem Flächendesinfektionsmittel. Dazu werden die Zimmer noch öfter gelüftet als vor Corona und alle Zier-Kissen, Tagesdecken und Vorhänge wurde entfernt.

© BR

Hotelbetrieb mit Corona-Regeln

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