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Präventive Großrazzia im Ankerzentrum in Geldersheim | BR24

© BR/ Julia Dechet

Um vorsorglich Straftaten und Ordnungsstörungen zu verhindern, gab es eine Kontrollaktion im Ankerzentrum in Geldersheim bei Schweinfurt. Ein Großaufgebot der Polizei war bei der Razzia vor Ort. Das Fazit der Polizei ist positiv.

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Präventive Großrazzia im Ankerzentrum in Geldersheim

Um vorsorglich Straftaten und Ordnungsstörungen zu verhindern, gab es eine Kontrollaktion im Ankerzentrum in Geldersheim bei Schweinfurt. Ein Großaufgebot der Polizei war bei der Razzia vor Ort. Das Fazit der Polizei ist positiv.

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300 Polizisten aus ganz Unterfranken und von der Bayerischen Bereitschaftspolizei waren vor Ort. Im Ankerzentrum in Geldersheim bei Schweinfurt wurde eine Großrazzia durchgeführt - als Präventionsmaßnahme. Ziel der Aktion war laut Polizei, Straftaten und Ordnungsstörungen vorsorglich zu verhindern.

Wenige Verstöße und zwei Anzeigen

Knapp 600 Personen hat die Polizei bei der Aktion kontrolliert, mit folgendem Ergebnis: Zwei Personen sollen sich unrechtmäßig in der Unterkunft aufgehalten haben, gegen sie wurde laut Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet. Außerdem fanden die Beamten bei der Kontrolle geringe Mengen Betäubungsmittel. Zwei Tatverdächtige bekamen daraufhin eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zusätzlich seien mehrere Verstöße gegen die Hausordnung festgestellt worden.

Fazit der Polizei ist positiv

Die Polizei beschreibt den Verlauf der Großkontrolle als ruhig und geordnet und zieht ein positives Fazit. Die Bewohner des Ankerzentrums hätten sich kooperativ gezeigt und es sei zu keinen Störungen gekommen.

💡 Was ist ein Ankerzentrum?

Das Wort "Anker" steht für für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Um diese Aufgaben zu bewältigen, sollen mehrere Institutionen in den sogenannten Ankerzentren eng vernetzt miteinander arbeiten: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter sowie Ausländerbehörden und Verwaltungsgerichte. Kurze Wege sollen Verfahren beschleunigen. Die Aufgaben werden gebündelt erfüllt.

Zunächst wird die Identität der Flüchtlinge festgestellt. Nach der Altersbestimmung werden unbegleitete Minderjährige durch Jugendbehörden in Obhut genommen. Erwachsene bleiben in den „Anker-Einrichtungen“.

Der Aufenthalt in den „Ankerzentren“ soll in der Regel maximal 18 Monate dauern, bei Familien mit minderjährigen Kindern sechs Monate. Laut Koaltionsvertrag sollen nur noch diejenigen auf die Kommunen verteilt werden, für die eine positive Bleibeprognose bestehe. Alle anderen sollen aus den „Ankerzentren“ in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.