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Für die Prüfung zurück in den Hörsaal? Die Hochschule Neu-Ulm hat auf die Kritik an den Präsenzprüfungen reagiert und Bestimmungen gelockert.

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    Präsenzprüfungen im Lockdown: Hochschule reagiert auf Kritik

    Zusammen mit vielen Kommilitonen eine Präsenzprüfung schreiben – und das mitten in der Corona-Pandemie: Darüber hatten sich viele Studierende der Hochschule Neu-Ulm beschwert. Die HNU hat nun reagiert und lockert diverse Bestimmungen.

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    Von
    • Peter Allgaier

    Die Hochschule Neu-Ulm wird deutlich mehr Online-Prüfungen zum Ende des laufenden Wintersemesters anbieten als bisher geplant. Ein eigenes E-Learning-Team soll Professorinnen und Professoren bei der Umsetzung unterstützen. Die Studierenden können die Prüfungsform bis eine Woche vor dem Examenstermin ändern und sich noch einen Tag vorher von Tests abmelden. Das sind die wesentlichen Eckpunkte, die der Senat der Hochschule Neu-Ulm beschlossen hat. Er reagiert damit auf Beschwerden von Studierenden.

    Sorgen wegen Infektionsgefahr bei der Prüfung

    Viele hatten befürchtet, dass sie sich während einer Präsenzprüfung mit dem Coronavirus infizieren könnten, weil die Tests gemeinsam mit Kommilitonen in einem Raum abgelegt werden sollen. Manche Studierende stammen aus Regionen mit hohen Inzidenzwerten. Viele reisen mit der Bahn nach Neu-Ulm und wohnen während der Prüfungsphase in Wohngemeinschaften.

    Hygienekonzept der Hochschule Neu-Ulm

    Die Hochschule hatte wiederum ein Hygienekonzept ausgearbeitet, samt Maskenpflicht und Abstandsregeln. Zudem gibt es App, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Die Anwendung wurde speziell für das universitäre Umfeld entwickelt und wird an vielen Hochschulen eingesetzt. Doch in einer Umfrage der Studierendenvertretung in Neu-Ulm sprachen sich fast zwei Drittel für Online-Prüfungen aus.

    Unterstützung für Petition für mehr Online-Prüfungen in Kempten

    Auch in anderen Teilen Bayerns beschäftigt das Thema die Studierenden. In Kempten wurde vor ein paar Tagen eine Petition im Internet gestartet. Knapp tausend Personen unterstützen die Forderung nach mehr Online-Prüfungen an der dortigen Hochschule. Der Petent sorgt sich um Risikopatienten unter den Studierenden. Er fürchtet auch, möglicherweise die eigene Familie anzustecken. Er untermauert sein Anliegen mit den zuletzt spürbar gestiegenen Infektionszahlen.

    Rechtsverordnung für Fernprüfungen des Ministeriums

    Viele Studierende verstehen nicht, warum sie fast das ganze Semester online gelernt haben, für die Prüfungen nun aber persönlich an die Hochschule oder Universität kommen sollen. Zumal das Bayerische Wissenschaftsministerium eine eigene Rechtsverordnung für Fernprüfungen erlassen hat. Doch viele Dozenten halten das Format noch für unausgereift. Sie fürchten, dass Spicken bei Online-Prüfungen leichter möglich ist. Die Studierenden bei Klausuren mit Webcams zu überwachen ist datenschutzrechtlich umstritten, weil die Dozenten dabei auch in die Wohnungen der Studierenden blicken können

    Testphase für digitale Klausuren

    Das Wissenschaftsministerium spricht von einer "Erprobungsphase" für die Fernprüfungen. Vier Jahre lang sollen die digitalen Klausuren getestet werden, dann will man Fazit ziehen. Um neue Prüfungsformate zu entwickeln, unterstützt das Wissenschaftsministerium auch die Einrichtung zweier Kompetenzzentren an der TU München und der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München.

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    • Peter Allgaier
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