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Postkartenaktion: "Ich bin Muslima - Ich bin Münchnerin" | BR24

© Landeshauptstadt München

Postkarten-Aktion der Fachstelle für Demokratie

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Postkartenaktion: "Ich bin Muslima - Ich bin Münchnerin"

Geschätzt sechs Prozent der Münchner sind Muslime, haben schon Ausgrenzung und Alltagsrassismus erlebt, teilweise auch Übergriffe. Dagegen wendet sich eine Postkarten-Aktion der Landeshauptstadt München. Motto: "Ich bin Muslima - Ich bin Münchnerin".

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© BR/Birgit Grundner

Postkarten-Aktion der Fachstelle für Demokratie

Mit der Postkarten-Aktion soll ein Zeichen gegen antimuslimischen Alltagsrassismus gesetzt werden. Denn nach einer Studie von 2016 stimmt fast die Hälfte der befragten Münchner moslemfeindlichen Äußerungen zu. Gegen solche Tendenzen wendet sich die städtische Fachstelle für Demokratie jetzt mit einer großangelegten Postkarten-Aktion. "Ich bin Muslima – ich bin Münchnerin"/ "Ich bin Muslim - ich bin Münchner." Insgesamt acht muslimische Münchnerinnen und Münchner wurden porträtiert - vom türkischen Gastarbeiterkind bis zum syrischen Flüchtling.

Die 27-jährige Merve studiert Politik, ist in München geboren und aufgewachsen, hat aber oft das Gefühl, sich mit ihrem Glauben verstecken zu müssen. Jetzt geht sie bewusst an die Öffentlichkeit:

"Ich will zeigen: ich bin eine Frau mit Kopftuch, ich bin emanzipiert, ich bin stark, ich habe eine eigene Identität und Charakter - und das ist, was zählt." Merve

Erkans Sohn hat Angst um seine Mutter

Erkans Eltern waren Schichtarbeiter, er ist deswegen teilweise bei einer Pflegemutter im Landkreis Pfaffenhofen aufgewachsen. Mit ihr ist der Moslem auch in die Kirche gegangen. Gemeinschaft geht auch ohne gemeinsame Abstammung, sagt der 43-Jährige Münchner, aber zunehmend haben er und seine Familie das Gefühl, doch nicht dazuzugehören. Sein elfjähriger Sohn zum Beispiel habe Angst um die Mutter, erzählt Erkan. Er habe sie gebeten, Deutsch zu sprechen, das Wort "Allah" zu vermeiden, weil er fürchte, ihr könnte etwas passieren. "Ich hatte mit elf Jahren was anderes im Kopf", sagt Erkan.

Muslime gehören zu München

Die Botschaft der Fachstelle für Demokratie: Muslime sind ein fester, vielfältiger und selbstverständlicher Bestandteil der Stadtgesellschaft. Insgesamt werden jetzt 40.000 Postkarten in öffentlichen Einrichtungen und Lokalen ausgelegt und gerade auch für die Arbeit in Schulen zur Verfügung gestellt.

© Landeshauptstadt München

Zwei Fotos nebeneinander zeigen Erkan. Bildüberschrift: Ich bin Muslim - Ich bin Münchner