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Viele frühere Covid-Patienten leiden an Langzeitfolgen wie Atemnot, chronischer Müdigkeit oder neurologischen Störungen. Jetzt organisieren sich die Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe.

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Post-Covid: Leben mit der Krankheit nach der Krankheit

Viele ehemalige Covid-19-Patienten haben mit massiven Spätfolgen zu kämpfen. "Post-Covid" müsste als eigene Krankheit anerkannt werden, fordert Karl Baumann, der selbst an Corona erkrankte und nun Pionier der Selbsthilfe-Initiativen in Bayern ist.

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Von
  • Uli Scherr

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie haben in Bayern laut Landesamt für Gesundheit rund 390.000 Menschen eine Corona-Infektion überstanden. In der Statistik gelten diese Menschen als genesen.

Tatsächlich kämpfen viele von ihnen aber immer noch um die Rückkehr in die Normalität. Sie leiden häufig an Langzeitfolgen wie Atemnot oder chronischer Müdigkeit, sind oft auch nach Monaten noch berufsunfähig.

Die Betroffenen beginnen sich jetzt zu organisieren. Und sie erheben Forderungen an die Politik. Im Landkreis Regensburg wird hier Pionierarbeit für ganz Deutschland geleistet.

Ehemalige Covid-19-Patienten aus ganz Deutschland melden sich

Im Dezember hat Karl Baumann aus Wenzenbach eine der ersten Online-Selbsthilfegruppen für ehemalige Covid-19-Patienten in Deutschland gegründet. Er bekam so viele Anfragen aus der ganzen Republik, dass er mittlerweile drei solcher Gruppen betreut. "Was natürlich wichtig ist, dass Post-Covid jetzt als Krankheit anerkannt wird."

In der kommenden Woche hat er die Gelegenheit, seine Wünsche an höherer Stelle vorzubringen. Baumann hat einen Termin zum Videochat mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Baumann will dem Minister eine Liste von Vorschlägen präsentieren, die er in den Selbsthilfegruppen gesammelt hat: Dazu gehören beispielsweise eine bessere medizinische Nachsorge speziell für ehemalige Covid-19-Patienten und Hilfe bei der Wiedereingliederung in den Berufsalltag.

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Karl Baumann hat im Dezember eine der ersten Corona-Selbsthilfegruppen in Deutschland gegründet.

Verständnis für Post-Covid-Patienten

Birgit Birner aus Hirschau ist eine Leidensgenossin und hilft bei der Organisation der Selbsthilfegruppen. Sie wünscht sich generell mehr Verständnis für die Post-Covid-Patienten. "Das Wichtigste ist, dass man das akzeptiert, dass der Gegenüber krank ist. Weil man es ihm eben nicht ansieht. Sie sehen fit aus, aber wie es einem innerlich geht, ist eine ganz andere Geschichte", so Birner.

Selbst vielen Hausärzten fehle es hier mangels Erfahrung oft an Sensibilität, sagt Birner. Besonders schwierig werde es für viele ehemalige Covid-Patienten bei der Rückkehr ins Berufsleben, weil sie dann auf das Verständnis ihrer Vorgesetzten angewiesen seien.

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