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Posse um Pässe: Moskau lässt 16-jährige Münchnerin ausreisen | BR24

© BR / Oliver Römhild

Moskau - Russischer Pass-Irrsinn

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Posse um Pässe: Moskau lässt 16-jährige Münchnerin ausreisen

Zwei Wochen Zwangsaufenthalt in Moskau sind vorbei: Eine 16-Jährige mit deutschem und russischem Pass durfte nicht nach München zurückfliegen, weil das russische Dokument während der Osterferien abgelaufen war. Und der deutsche Pass zählte nicht.

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Letzte Woche hatte dieser Fall für Schlagzeilen gesorgt: Weil ihr russischer Pass während ihres Aufenthalts in den Osterferien abgelaufen war, verweigerten die russischen Behörden am Flughafen einer 16-jährigen Münchnerin die Ausreise.

Da sie die doppelte Staatsbürgerschaft - die russische und die deutsche - besitzt, zückte das Mädchen ihren noch gültigen deutschen Pass. Doch auch der überzeugte die Beamten nicht. Denn: Wer mit deutschem Pass nach Russland reist, braucht zuvor ein Visum. Das aber hatte die junge Frau wegen ihres russischen Dokuments erst gar nicht beantragt.

Russische Behörden blieben hart

Mit russischem Pass einreisen und mit deutschem Pass wieder ausreisen – das überstieg die Flexibilität der russischen Behörden. Und so ging alles seinen - eher gemütlichen - Behördengang. Konsequenz: Seit den Osterferien saß die 16-Jährige dann teils allein in Moskau fest, während ihre Mutter und ihr Vater in München alle Hebel in Bewegung setzten, um beim dortigen Konsulat den neuen russischen Pass zu bekommen.

Das Mädchen wollte ursprünglich nach einem Kurzurlaub in St. Petersburg mit ihren Eltern am Ende der Osterferien ursprünglich wieder nach München zurückreisen.

Das Ende von zwei Wochen Moskau wider Willen

Für die gesamte Familie ist die Odyssee nun glücklich zu Ende gegangen: Montagnachmittag hat Victoria Jodl ihren neuen russischen Pass endlich in den Händen halten können. Per Diplomatenpost hatte das russische Konsulat in München das ersehnte Dokument nach Moskau geschickt. Nach 14 Tagen Zwangsaufenthalt in der russischen Hauptstadt stieg die 16-Jährige noch am Abend mit ihrem Vater in ein Flugzeug nach München. Sie sei überglücklich, dass sie wieder zuhause sei, sagte der Vater heute dem BR.

Ohne gültigen Pass geht nichts

Die Familie beklagt, dass die russischen Behörden sie über Ein- und Ausreise falsch informiert hätten. Das russische Konsulat in München sagt, die 16-Jährige habe es versäumt, ihren Reisepass rechtzeitig abzuholen. Den Eltern haben man den Pass nicht aushändigen können, weil nach russischem Recht jeder ab 16 Jahren seinen Pass nur persönlich in Empfang nehmen könne. Die Möglichkeit, eine dritte Person für die Abholung zu bevollmächtigen, so wie in Deutschland üblich, kenne das russische Recht nicht, so die Auskunft des Konsulats.