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Posse um geklaute Wahlplakate in Grünwald | BR24

© FDP

Dieser Grünwalder hat aufgeräumt und damit die FDP ziemlich durcheinander gebracht.

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    Posse um geklaute Wahlplakate in Grünwald

    In dem skurrilen Streit um angeblich böswillig gestohlene FDP-Wahlplakate im Münchner Vorort Grünwald gibt es eine faustdicke Überraschung. Nicht ein Ex-Mitarbeiter von Franz Josef Strauß war's, sondern die windige Petra und ihre Komplizen.

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    Wer hat die Wahlplakate der FDP in Grünwald geklaut? Die Liberalen im Münchner Nobelvorort waren sich ganz sicher: Es war der frühere Büroleiter des CSU-Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Aus politischem Grant soll der 84-Jährige die Plakate beschädigt und gestohlen haben, glaubten die örtlichen FDPler und erstatten Anzeige. Doch sie irrten sich. Die wahren Täter waren stattdessen die windige Petra, Mitarbeiter vom Bauhof und ein ordentlicher Grünwalder.

    Petra fegt durch Grünwald

    Als Anfang der Woche Sturmtief Petra durch Bayern pfiff, fegte sie dabei auch etliche Wahlplakate für die Kommunalwahl am 15. März von Laternenmasten, Bäumen und Plakatwänden. Die Gemeinde Grünwald beauftragte deshalb Mitarbeiter des Bauhofs, die aufgeweichten und zerrissenen Plakate einzusammeln. Die Rathausverwaltung beteuert: Das geschah völlig parteiübergreifend. Egal, wer vom Winde verweht war - die Kandidaten von CSU, Grünen, FDP oder AfD - sie alle wurden entsorgt.

    Anzeige gegen Ex-Strauß-Mitarbeiter

    Dass es in Grünwald mit rechten Dingen zuging, glaubten die dortigen Liberalen allerdings nicht. Sie argwöhnten, dass nur FDP-Plakate fehlten und ein Anhänger der Parteikonkurrenz sie verschwinden ließ. Zum Beweis legten sie der Polizei Fotos vor, die angeblich den Beschuldigten mit einer Leiter bei der Tatausführung zeigen. In die Ermittlungen war deshalb zunächst auch das für Staatsschutz zuständige Kriminalfachdezernat der Polizei eingebunden.

    Nach einem Vergleich der "Beweisbilder" mit dem Verdächtigten war aber schnell klar: Der 84-Jährige ehemalige Büroleiter von CSU-Ministerpräsident Franz Josef Strauß war es nicht. Der zu Unrecht Beschuldigte erstattete seinerseits Anzeige gegen die FDP wegen Verleumdung, übler Nachrede und Vortäuschens von Straftaten.

    Ordnung bringt FDP durcheinander

    Die Polizei ermittelte weiter und konnte den Mann auf den Fotos schließlich identifizieren. Es handelt sich um einen unbescholtenen Bürger, der einräumte, lediglich aufgeräumt zu haben. Aus Ordnungssinn heraus habe er herabhängende Kabelbinder entfernt. Die dafür benutzte Leiter und das Werkzeug konnten die Beamten bei dem Grünwalder feststellen, Wahlplakate fanden sie nicht.

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