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Posse in Pappenheim: Neue Runde im Streit um vier Quadratmeter | BR24

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Bizarrer Streit in Pappenheim

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    Posse in Pappenheim: Neue Runde im Streit um vier Quadratmeter

    Albrecht Graf von und zu Egloffstein hat ein vier Quadratmeter großes Grundstück mitten in der Stadt an ein Familienmitglied abgegeben. Noch im Sommer hatte der Graf angekündigt, das strittige Grundstück an die Stadt zu verkaufen.

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    Die Grafschaft habe der Stadt mitgeteilt, dass das strittige Grundstück nun einen neuen Eigentümer innerhalb der gräflichen Familie habe, sagte Pappenheims Bürgermeister Uwe Sinn (SPD) dem Bayerischen Rundfunk. Somit muss die Stadt nun dem neuen Besitzer ein Kaufangebot unterbreiten. Eigentlich sollte der Stadtrat morgen (Donnerstag, 05.10.17) erneut über das Thema beraten. Angesichts der veränderten Situation ist das Grundstück aber kein Tagesordnungspunkt mehr.

    Enteigung stand im Raum

    Im Raum stand sogar eine Enteignung von Albrecht Graf von und zu Egloffstein. Dieser hatte damit gedroht, die strittige, vier Quadratmeter große Fläche einzäunen zu lassen. Würde der Zaun Realität werden, hätte das weitreichende Folgen, sagt Bürgermeister Sinn. Denn die vier Quadratmeter liegen auf einer wichtigen Zufahrtsstraße.

    "Dann hätten wir keinen Zugang mehr zu unseren Stadtwerken, die ja rund um die Uhr für die Sicherheit der Stromversorgung und der Wasserversorgung zuständig sind. Außerdem wären rund 40 öffentliche Parkplätze nicht mehr mit dem Auto erreichbar." Uwe Sinn (SPD), Bürgermeister der Stadt Pappenheim

    Eigentlich geht es um etwas ganz anderes

    Eigentlich geht es bei dem Streit nach Angaben von Bürgermeister Sinn aber gar nicht um die vier Quadratmeter Straße, sondern um die Sanierung des Neuen Schlosses, das der gräflichen Familie gehört. Die Stadt wirft dem Grafen vor, sich dabei nicht an die Verträge gehalten zu haben. Die Grafenfamilie habe für die Sanierung Städtebauförderung erhalten – unter der Voraussetzung, dass nach dem Dach die Fassade des Ostflügels saniert wird, der auch vom Marktplatz aus zu sehen ist. Das sei aber nicht geschehen, so Sinn.

    Weitere Fördermittel gefordert

    Die Grafenfamilie möchte hingegen weitere Fördermittel haben – vorher wolle sie nicht mehr mit der Stadt sprechen, so Sinn: "Wir können aber keine weiteren Fördermittel auszahlen, weil die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind". Voraussetzung ist, dass die Front zum Marktplatz hin längst saniert sein müsste. Ist sie aber nicht", sagt der Bürgermeister. Die gräfliche Familie hat sich auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks noch nicht dazu geäußert.