BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Feiern unter Corona-Auflagen: Nürnbergs Party-Konzept geht auf | BR24

© BR

Mit einem Sicherheitsdienst, Barrieren, einem Verkaufsverbot für Alkohol und mehr Beleuchtung will Nürnberg feiernde Menschenmengen in der Innenstadt verhindern. Ein Konzept, das aufzugehen scheint.

8
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Feiern unter Corona-Auflagen: Nürnbergs Party-Konzept geht auf

Mit einem Sicherheitsdienst, Barrieren und einem Verkaufsverbot für Alkohol sowie mehr Beleuchtung will Nürnberg feiernde Menschenmengen in der Innenstadt verhindern. Ein Konzept, das aufzugehen scheint.

8
Per Mail sharen
Von
  • Ursula Schmidt

Feierwütige Menschenansammlungen in der Innenstadt soll es in Nürnberg nicht mehr geben - insbesondere weil sich die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus erhöhen würde. Die Stadt verhindert das Phänomen unter anderem mit einem Alkohol-Verkaufsverbot, Barrieren, heller Beleuchtung und einem Sicherheitsdienst - und das Konzept scheint aufzugehen.

Stadt Nürnberg reagiert auf Feiermassen

Hintergrund des Maßnahmenpakets ist, dass es trotz der Corona-Beschränkungen an vergangenen Wochenenden immer wieder zu einem dichten Gedränge von Feierlustigen auf Straßen, Plätzen und am Wöhrder See kam.

Die Beschränkungen sollen die Bevölkerung vor Corona-Infektionen schützen, wie die Stadt am Mittwoch mitgeteilt hat. Diese gelten zunächst für das laufende Wochenende. Ein von Wirten organisierter Sicherheitsdienst sollte am Köpfleinsberg dafür sorgen, dass unter anderem Abstandsregeln eingehalten werden. Am Tiergärtnertorplatz ist der Verkauf von Getränken zum Mitnehmen verboten. Der Umsatz der Wirte einerseits und die Sicherheit der Gäste andererseits standen bereits bei den Verhandlungen zu dem Konzept im Mittelpunkt.

Bilanz: Wirte und Gäste akzeptieren Regeln weitestgehend

Es war insgesamt sehr voll in der Stadt, erklärt Stefan Bauer vom Polizeipräsidium Mittelfranken im BR-Interview. Die Bars und Kneipen waren nicht nur wegen des guten Wetters sondern teils auch wegen des Relegationsspiels des 1. FC Nürnberg gegen den Drittligisten Ingolstadt gut besucht. Überall dort, wo es drohte zu eng zu werden, suchten die Beamten das Gespräch mit Inhabern und Gästen. Die Unterstützungskräfte der Polizei hielten sich im Hintergrund. Die meisten hätten sich einsichtig gezeigt, es kam zu keinen großen Widerständen und zu keinen Festnahmen, so Bauer wörtlich.

Die Gastronomen konnten ihre Ausschankfläche zwar erweitern, um noch genügend Getränke zu verkaufen. Dort wo sonst allerdings Menschen dicht an dicht ihr Bier trinken, mussten dafür etwa am Tiergärtnertorplatz mehr Tische aufgestellt werden. Nur so konnten die Wirte für die Einhaltung der Abstände zwischen den feiernden Gruppen sorgen. Neu ist auch die Regel, dass nach 20 Uhr im gesamten Altstadt-Bereich kein Alkohol zum Mitnehmen mehr über den Tresen gehen darf. Wer keinen Sitzplatz auf den Flächen der Gastronomien hatte, ging leer aus.

Kommunikation und Kontrolle sichern gutes Miteinander

Das Personal am Wanderer, der Bierkneipe direkt an der Burgmauer, musste den Gästen viel mehr erklären als sonst, sagte eine Bedienung dem BR auf Nachfrage. Aber es wurde akzeptiert. Am Köpfleinsberg wurden die Gäste von Sicherheitsleuten auf mitgebrachte Getränke kontrolliert – in den vergangenen Wochen hatten etliche auch ihren mitgebrachten Alkohol auf den Treppen konsumiert. Wer jetzt dorthin will, muss sich bei den Gastronomen eindecken und sich auf den markierten Flächen aufhalten.

Weitere Möglichkeit: Pflanzkübel als Barriere

Nach dem Testlauf an diesem Wochenende wollen die Behörden über das Party-Konzept in Coronazeiten nochmals beraten. Zur Wahrung der Sicherheitsabstände sei das Aufstellen von Pflanzkübeln an neuralgischen Feierhotspots noch eine Option, erklärte die Leiterin des Nürnberger Ordnungsamtes, Katrin Kurr, auf Nachfrage.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!