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Positives Fazit nach Mahnwache gegen Waldrodung in Thüngersheim | BR24

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Das Bündnis "Kein Hektar mehr" hat im unterfränkischen Thüngersheim eine Mahnwache abgehalten. Sie wollen verhindern, dass an einem Steinbruch bei Thüngersheim noch mehr Wald gerodet wird.

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Positives Fazit nach Mahnwache gegen Waldrodung in Thüngersheim

Sie wollen verhindern, dass an einem Steinbruch bei Thüngersheim noch mehr Wald gerodet wird: Deshalb hat das Bündnis "Kein Hektar mehr" eine Mahnwache abgehalten. Mit einem positivem Fazit geht sie nun zu Ende. 100 Menschen waren gekommen.

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Eine Woche lang haben die Mitglieder des Bündnisses "Kein Hektar mehr" eine Mahnwache im Wald bei Thüngersheim im Landkreis Würzburg abgehalten und gegen eine erneute Waldrodung am Steinbruch demonstriert. Nun geht die Mahnwache zu Ende und die Umweltschützer ziehen ein positives Fazit. Insgesamt seien über die Woche hinweg rund 100 Leute bei dem Camp vorbeigekommen.

Polizei: Mahnwache ohne Probleme

Ihr Quartier hatten die Naturschützer am Thüngersheimer Ortsrand, nahe des Freibads aufgeschlagen. Dort fanden unter anderem Workshops, Konzerte oder Vorträge statt. Die Polizei spricht von einem störungsfreien Verlauf der Mahnwache. Zu Beginn der Aktionswoche hatten laut Veranstalter etwa 60 Teilnehmer am Thüngersheimer Steinbruch demonstriert.

Kritik am Polizei-Einsatz bei Mahnwache-Demo

Nach dem Ende der einwöchigen Mahnwache kritisieren die Aktivisten den Polizeieinsatz zum Auftakt. Am Freitag (27.09.19) war eine Demo abgehalten worden, die nach Auffassung der Aktivisten von einem unangemessen großen Polizei-Aufgebot begleitet wurde. Wie die Polizei dem Bayerischen Rundfunk gegenüber bestätigte, waren zu der Demo neben Beamten der Polizeiinspektion Würzburg-Land auch noch ein sogenanntes Unterstützungskommando der Bereitschaftspolizei und drei Polizeihundeführer im Einsatz. Die Polizei begründete den Einsatz damit, dass ihrer Einschätzung nach bis zu 600 Demonstranten zu erwarten waren. Vor allem weil eine für den selben Tag geplante "Fridays for Future"-Demonstration in Würzburg abgesagt und dazu aufgerufen worden war, stattdessen an der Demo in Thüngersheim teilzunehmen. Die Thüngersheimer Aktivisten hatten für ihre Demo bis zu 200 Teilnehmern angemeldet. Tatsächlich erschienen waren dann nur rund 60.

Protest gegen Pläne für Waldrodung an Steinbruch

Bei den Protesten geht es um die Pläne einer Baustoffirma. Die hatte am Steinbruch bei Thüngersheim bereits im vergangenen Jahr knapp sechs Hektar Wald kahlgeschlagen. Nun liegt dem Unternehmen die Genehmigung für ein etwa vier Hektar großes Anschlussstück vor. Das Umweltbündnis fürchtete, dass die Rodungsarbeiten im Oktober beginnen könnten. Die Aktivisten kritisieren außerdem, dass von Seiten des Gesetzgebers keine Mindestgrößen für Aufforstungsflächen festgelegt worden seien und der Ausgleich für die gerodete Fläche unzureichend sei.

Pläne auf nächstes Jahr verschoben

Laut dem Bündnis hätte die Firma von den Plänen allerdings zumindest für diesen Herbst abgesehen. "Natürlich verschiebt das das Problem nur auf nächstes Jahr", sagt Julian Höfner vom Bündnis "Kein Hektar mehr". Die Baustofffirma Benkert, die den Steinbruch betreibt, äußerte sich auf Anfrage nicht näher.

Firma plant Entnahme von Grundwasser

Neben der Rodung von Bäumen kritisiert das Umweltbündnis außerdem das Vorhaben, auf dem Gelände des Steinbruchs Grundwasser zu entnehmen. Ein entsprechender Antrag liegt dem Landratsamt Würzburg und dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg vor. Demnach will die Firma das Wasser etwa zur Kieswäsche nutzen.

Keine Gefahr für Weinberge

Dafür sollen aber keine Bohrungen stattfinden, heißt es aus dem Landratsamt. Stattdessen plane die Firma das Wasser zu verwenden, das aus dem Umfeld des Steinbruchgeländes zufließt. Negative Auswirkungen, etwa auf die nahegelegenen Weinberge, seien somit nicht zu erwarten, heißt es weiter.

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Sie wollen verhindern, dass an einem Steinbruch bei Thüngersheim noch mehr Wald gerodet wird: Deshalb hat das Bündnis "Kein Hektar mehr" eine Mahnwache abgehalten. Mit einem positivem Fazit geht sie nun zu Ende.