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Positive Zwischen-Bilanz nach vier Monaten "Kiliani light" | BR24

© dpa Picture-Alliance Karl-Josef Hildenbrand

Teilnehmer des Kiliani-Festumzuges in Würzburg

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    Positive Zwischen-Bilanz nach vier Monaten "Kiliani light"

    Ob Kinderkarussell, Keramikschalen oder Crêpes: Seit Mitte Mai stehen Schausteller und Marktkaufleute an fünf Plätzen in der Würzburger Innenstadt und bieten ihre Waren zum Verkauf an. Weil das Kiliani-Volksfest wegen Corona abgesagt wurde.

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    "Kiliani #mittendrin" nannte die Stadt Würzburg die Alternative zum Kiliani-Volksfest, das wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Nach knapp vier Monaten zieht die Stadt jetzt eine positive Bilanz: "Es belebt die Innenstadt", sagt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage dem BR. Einen Endzeitpunkt hatte man nicht geplant, denn "den Schaustellern geht es die ganze Zeit schlecht. Da kommt es auf den einen oder anderen Tag nicht an."

    Konzept soll im Herbst weiterlaufen

    Geplant sei, das "Kiliani-Light" in die Herbstmesse übergehen zu lassen. Werner Baumeister, Sprecher des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller (BLV), ist zufrieden: "Wir sind immer noch sehr dankbar, dass die Stadt uns diese Möglichkeit gegeben hat! Und Würzburg war da ja ein echter Vorreiter, hat die Entscheidung getroffen vor anderen Städten." Vielen Schaustellern und Marktkaufleuten gebe diese Option zumindest ein bisschen finanziellen Boden unter den Füßen.

    Umsatzeinbrüche: Viele Schausteller mit Nebenjobs

    "Natürlich sind wir weit weg von dem Umsatz, den wir normalerweise haben.", sagt Baumeister weiter. Viele Schausteller führen deshalb längst zweigleisig oder gingen übergangsweise einer Arbeit in Anstellung nach, als LKW-Fahrer oder bei einem Paketdienst, so Baumeister. Genaue Zahlen zu Aus- oder Umsteigern erhebe der BLV jedoch nicht.

    Fünf Plätze für Schausteller in Würzburger Innenstadt

    Die Stadt Würzburg hatte dem BLV Anfang Mai fünf Plätze in der Würzburger Innenstadt angeboten, auf denen rotierend für je eine Woche ein Schausteller seine Bude aufbauen und seine Waren verkaufen darf: am Dominikanerplatz, am oberen und am unteren Marktplatz und in der Eichhornstraße.

    "Manche Standplätze funktionieren besser als andere, aber das ist auch immer abhängig von dem, was dort angeboten wird. Bei Temperaturen über 30 Grad gingen Crêpes nicht so gut – da hätte man besser Eis verkauft. Aber jetzt im Herbst kann der Mützen-Stand gut ankommen." Werner Baumeister, Sprecher des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller

    Blick auf zukünftige Veranstaltungen trotz Corona

    Insgesamt sei Baumeister optimistisch und hofft jetzt mit Blick auf das Winterhalbjahr, dass die Stadt einen Weg findet, den Würzburger Weihnachtsmarkt trotz Corona stattfinden zu lassen. Generell müssen aber noch die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung abgewartet werden. Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) betont, dass er sich dafür einsetzen werde, den Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen: "Der Würzburger Weihnachtsmarkt ist einzigartig. Er wird aber in diesem "New Normal" des Corona sicherlich anders und dezentraler ausfallen müssen."

    Am 7. Mai hatte die Stadt Würzburg nach langem Ringen das Kiliani-Volksfest coronabedingt abgesagt. Das hätte in diesem Jahr vom 3. Juli bis zum 19. Juli stattgefunden. In den vergangenen Jahren waren rund 800.000 volksfestbegeisterte Menschen auf die Talavera gekommen. Betroffen waren 85 Schausteller, die bereits eine vertragliche Zulassung für das laufende Jahr hatten – die mit den Regelungen der Bayerischen Staatsregierung aber nichtig waren.

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