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Harter Umgang mit Gaffern: Rückendeckung für Polizist | BR24

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Verkehrspolizist Stefan Pfeiffer stellte Gaffer zur Rede.

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Harter Umgang mit Gaffern: Rückendeckung für Polizist

Pietätlos oder richtiger Ansatz? Das Vorgehen des Leiters der Verkehrspolizei Feucht gegen Gaffer stößt meist auf positive Resonanz. Manche äußern sich aber auch kritisch. Und was sagt die Polizei?

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Als am Dienstag auf der Autobahn A6 ein LKW-Fahrer stirbt, filmen Gaffer beim Vorbeifahren die Unfallstelle mit ihrem Handy, teilweise mit beiden Händen. Daraufhin stellt, Stefan Pfeiffer, Einsatzleiter der Verkehrspolizei Feucht die Gaffer zur Rede. Er forderte sie auf, auszusteigen und mit ihm zur Leiche zu gehen, um sie so per Schocktherapie von ihrer Sensationslust zu kurieren. Das Video wurde seit Dienstagabend im Internet tausende Male angesehen und geteilt. Viele Nutzer finden die Aktion gut, forderten sogar den Bayerischen Verdienstorden für den Mann und härtere Strafen für Gaffer. Die erwischten Gaffer auf der A6 mussten zusätzlich zur Schocktherapie die bislang fälligen 128,50 Euro bezahlen.

Innenminister Herrmann: Angemessene Reaktion der Polizei auf Gaffer

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sieht im Vorgehen des Polizisten ein mutiges Verhalten und eine angemessene Reaktion auf Gaffer nach einem Unfall. Dass der Beamte die Schaulustigen direkt mit dem Tod eines LKW-Fahrers konfrontiert hat, sei legitim, sagte Herrmann dem Bayerischen Rundfunk. "Ich glaube, dass wir dieses Thema auch emotional angehen müssen“, so der Innenminister weiter. Zu Recht seien die Strafen gegen Gaffer erhöht worden. Ein konsequentes Vorgehen gegen ein solches Verhalten sei unbedingt nötig. Wie sich Verkehrsteilnehmer auf Autobahnen zum Teil benehmen würden bezeichnete der Innenminister als "unverschämt und unerträglich".

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Joachim Herrmann

Gewerkschaft stärkt Verkehrspolizisten den Rücken

Unterstützung für die Aktion kommt auch von der Gewerkschaft: Das Verhalten des Verkehrspolizisten in einer emotionalen Ausnahmesituation sei kein Verstoß gegen die Dienstvorschrift. Das Umgehen mit den Gaffern auf der A6 war ein ungewöhnlicher aber guter Weg, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Rainer Nachtigall dem Bayerischen Rundfunk. Für die Einsatzkräfte sind Gaffer laut Nachtigall ein großes Problem: Schaulustige behinderten an der Unfallstelle die Einsatzkräfte, die Unfallopfer und Tote vor Gaffern abschirmen müssen und sich damit nicht mehr auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können. Dazu brauche es zusätzliches Personal und Equipment, so Nachtigall weiter. Er begrüße die Strafverschärfung die derzeit diskutiert werde.

In jedem Fall hat Verkehrspolizist Stefan Pfeiffer mit seiner Aktion gegen die Gaffer auf die schwierige Arbeit der Polizisten im Zusammenhang mit Schaulustigen aufmerksam gemacht und dabei eine erneute Debatte über das Thema angestoßen.

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Viel Zuspruch für Polizistenaktion gegen Gaffer