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Positive Bilanz: Ein Jahr italienische Pfleger in Augsburg | BR24

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Beim Fachkräftemangel in Deutschland muss man besondere Wege gehen. Im Sommer 2018 – damals war das Uni- noch das Zentralklinikum - wurden erstmals aktiv Pflegekräfte in Italien angeworben.

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Positive Bilanz: Ein Jahr italienische Pfleger in Augsburg

Im Sommer 2018 hat das heutige Uniklinikum in Augsburg wegen Fachkräftemangels Pflegekräfte aus Italien angeworben. Seit gut einem Jahr arbeitet der erste Pfleger dort. Inzwischen wird Alberto Gallifuoco auch auf der Intensivstation eingesetzt.

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Vor einem Jahr kam der Römer Alberto Gallifuoco als erster italienischer Pfleger an die Uniklinik nach Augsburg. Inzwischen betreut der 25-Jährige sogar Patienten auf der Intensivstation. Hier muss jeder Handgriff sitzen. Fachlich ist das kein Problem und auch die sprachlichen Barrieren sind inzwischen Vergangenheit: "Für mich war es am Anfang nicht schwierig zu sprechen, nur das Verstehen war schwierig und die Patienten muss ich unbedingt verstehen – und auch die Ärzte."

Schwieriger Start für junge Pflegekräfte

Die ersten Wochen waren für Alberto schwer. Geboren im mediterranen Neapel, aufgewachsen im sonnigen Rom, ging es mitten rein in den schwäbischen Winter: "Am Anfang war ich ganz allein und alles voll von Schnee, das war schon ein bisschen komisch.“ Alberto kam direkt von der Universität, hochqualifiziert und hochmotiviert, dazu mit guten Deutschkenntnissen.

Erfolgreiche Anwerbung von Pflegekräften in Italien

Alberto ist ein Mitarbeiter, wie ihn sich Dieter Hell nur wünschen kann. Hell ist an der Uniklinik für die Aus- und Weiterbildung verantwortlich und hatte im Sommer 2018 die Anwerbung von insgesamt 21 jungen Pflegerinnen und Pflegern in Italien initiiert. Eine Aktion, die er genau so wieder machen würde.

Vielleicht schon im kommenden Sommer will Hell die Anwerbung in Italien wiederholen. Dort stünden hochqualifizierte Pflegekräfte nach dem Studium auf der Straße, in Deutschland werden solche Fachkräfte händeringend gesucht. Für die Zukunft wünscht sich Hell allerdings finanzielle Unterstützung vom Bund: "Wir haben das alles aus eigener Tasche finanziert, das sind durchaus fünfstellige Kosten pro Mitarbeiter."

Arbeit, Wohnung und neue Freunde

Auch Alberto Gallifuoco hat den Umzug nach Augsburg bislang nicht bereut, auch wenn das Heimweh bleibt. "Ich vermisse Rom, das ist meine Heimat, aber hier ist es gut. ich habe eine Wohnung, ich arbeite, ich habe eine Fußballmannschaft und Freunde gefunden."