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Poschberg: Unfall nach Bergrettung wirft Fragen auf | BR24

© BRK/BGL - Christine Haberlander/BR

Drei Einsätze am Poschberg und die Folgen für einen Urlauber

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Poschberg: Unfall nach Bergrettung wirft Fragen auf

Ein Mann wird aus Bergnot gerettet und verursacht kurz danach einen schweren Verkehrsunfall. Geschehen ist das im Berchtesgadener Land. Wie es konnte es dazu kommen?

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Der 67-jährige Urlauber hatte sich am Sonntag am Poschberg bei Schneitzlreuth im Berchtesgadener Land verstiegen. Wegen der schlechten Wetterbedingungen konnte er erst nach rund 15 Stunden gerettet werden. Von der Bergwacht wurde er unverletzt ins Tal gebracht.

Wenig später wollte der Mann mit seinem Auto vom Waxries-Parkplatz auf die Bundesstraße 21 einbiegen und löste dabei einen Unfall aus. Sieben Menschen wurden dabei verletzt. Stefan Strecker, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Bad Reichenhall, erklärte dazu im Interview mit dem BR, dass die Bergretter den Geretteten in sein Quartier bringen wollten. Das habe der Mann jedoch abgelehnt.

Der Mann aus Nordrhein-Westfalen sei nach seiner Rettung von der Bergwacht medizinisch durchgecheckt worden, hätte keine Ausfallerscheinungen oder Verletzungen gehabt, er hätte sich sogar aktiv bei seiner Rettung beteiligt, so Strecker zum BR.

Unklare Wegbeschreibung?

Der Einsatz am Poschberg war nicht der erste dieser Art für die Bergwacht. Dort hatten sich in den letzten Tagen schon mehrere Bergwanderer verstiegen. Der Pressesprecher der Bergwacht, Markus Leitner, vermutet, ein Baucontainer habe Wanderern möglicherweise die Sicht auf die Wegbeschreibung versperrt. Die Forstverwaltung dagegen meint, die Wegbeschilderung zum Waxriessteig sei gut sichtbar. Die Wanderer, die den falschen Weg nahmen, gingen eine relativ neue Forststraße weiter, die zur Poschjagdhütte führt. Dort ist der Weg allerdings zu Ende. Die Wanderer gingen aber dann weiter und suchten den Steig, bis sie in steilem, unwegsamen Gelände festsaßen.

Tipp: Nicht aufs Navi verlassen!

Eine 68-jährige Münchnerin musste für ihre Rettung sogar über eine 120 Meter hohe Wand abgeseilt werden, weil sie zu erschöpft war. Bergwacht-Bereitschaftsleiter Strecker bittet Bergwanderer, aufmerksamer zu sein, wenn das Gelände steiler und felsiger wird oder kein Weg mehr zu sehen ist. Auch glaubt er, dass sich die Wanderer oftmals auf die Streckenbeschreibung per Handy verlassen, dann aber feststellen, dass in dem betroffenen Gebiet kein Handyempfang möglich ist.

Im Zweifelsfall lieber sofort umdrehen

Strecker ist ebenfalls davon überzeugt, dass kein Baucontainer die Sicht auf die Wegmarkierung verstellt hat. Vielmehr seien Wanderer oftmals abgelenkt und würden nicht auf Wegmarkierungen schauen. Ähnlich sieht das Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein. Er sagte dem BR, wenn ein Bergsteiger die Orientierung verloren hat und bemerkt, er ist nicht mehr auf dem richtigen Weg ist, dann müsse er umdrehen.