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Bildrechte: BR / Achim Winkelmann

Posaunenchor im Lockdown - jeder spielt zu Hause seine Stimme ein

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Posaunenchor Gerolzhofen - Online durch den Lockdown

Auch wenn derzeit viele Lockerungen verkündet werden, gemeinsame Chor- und Blasmusik gehört nicht dazu. Die Mitglieder des Posaunenchors Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt machen das Beste daraus und verschicken einen regelmäßigen „Sonntagsgruß“.

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Von
  • Achim Winkelmann

Es gibt viele Fans, die jeden Sonntag darauf warten, dass in ihrem Email-Postfach, über Whatsapp oder über andere Soziale Netzwerke der „Sonntagsgruß“ des Posaunenchor Gerolzhofen aufploppt – vielstimmig trotz Lockdown und für viele ein Lichtblick in diesen manchmal trüben Zeiten. Mehr als 30mal haben die Mitglieder im vergangenen Jahr aus dem Homeoffice gegrüßt. In den zwei- bis dreiminütigen Filmen erklingen dann Choräle, Gospels oder Segenslieder im typischen Bläsersound, unterlegt mit wunderschönen Fotos aus dem Steigerwald.

Viel Arbeit steckt dahinter

Bis aber jede der mehr als 30 Folgen verschickt werden konnte, ist eine Menge Arbeit angesagt. Und die beginnt bei den Mitgliedern im heimischen Wohn- oder Arbeitszimmer. Denn jeder nimmt seine Stimme (oft sind es auch zwei oder drei) separat auf. Grundlage dafür ist ein Video, dass Chorleiterin Martina Heßmer beim Dirigieren zeigt. Schließlich müssen alle genau gleich schnell spielen, damit man später die aufgenommenen Stimmen zusammenfügen kann.

Mehrere Versuche bis die Aufnahme perfekt ist

Bis zu einem perfekten Ergebnis sind da oft mehrere Versuche notwendig, denn das Mikrophon verzeiht keinen falschen Ton, sagt Posaunist Ralph Theobald. „Wenn du die Aufnahme losschickst zum Mischen merkst du genau, wo die Fehler sind und dann kann es sein, dass du es zwei- oder drei- oder viermal einspielst, bis es perfekt ist.

Gefühl der Gemeinschaft

Bis zu zwölf Bläser spielen jeweils eine oder zwei Stimmen ein und nehmen sich dabei auf. Gerade mit kleinen Kinder ist das nicht immer leicht, aber die Gemeinschaft mit den anderen ist es mir Wert, sagt Trompeter Kay Hegner. Und auch Posaunistin Magdalena „Magdi“ Vogt ist seit einem Jahr dem Posaunenchor treu geblieben: „Das gibt einem das Gefühl, dass man weiterprobt. Und das irgendwie in Gemeinschaft, auch wenn das jeder bei sich zu Hause macht. Und es ist einfach schön zu sehen, was am Ende dabei rauskommt.“

Zusammenfügen ist Puzzlearbeit

Alle Einzelstimmen landen bei Posaunenchorleiterin Martina Heßmer auf dem Smartphone. Dort müssen zurechtgeschoben, geschnitten und arangiert werden – eine richtig knifflige Puzzlearbeit! Dass ihren Musikern über eine so lange Zeit nicht die Puste ausgeht, das hätte sie vor einem Jahr nicht zu träumen gewagt: „Wir waren immer zwischen neun und 15 Leuten, das ist ein richtiges Wunder! Außerdem bin ich glücklich, dass unser Spektrum von ganz jung bis über 80 Jahre reicht.“

Begeisterte Reaktionen

Weit über die Grenzen Frankens wurde der digitale Gruß schon angeklickt und begeisterte Reaktionen kamen sogar schon aus Kanada. „Viele wussten gar nicht, wo Gerolzhofen liegt und schreiben aber, weil sie so dankbar sind.“ Und weil ein Ende des Musiker-Lockdowns nicht in Sicht ist, wird es wohl noch einige weitere Folgen des Sonntagsgrußes geben.

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