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Porzellan: Millionenkredite und Stellenabbau bei BHS Tabletop | BR24

© picture alliance/David Ebener

Der Weltmarktführer für Hotel-Porzellan, das Unternehmen BHS Tabletop mit Sitz in Selb, baut wegen der Corona-Krise rund 250 seiner Stellen ab.

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    Porzellan: Millionenkredite und Stellenabbau bei BHS Tabletop

    Der Weltmarktführer für Hotel-Porzellan, BHS Tabletop aus Selb, will 250 seiner über 1.000 Stellen abbauen. Nur so könne das Unternehmen der Corona-Krise und der Konkurrenz trotzen. Nach langen Verhandlungen wurden zudem Millionenkredite gewährt.

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    Der Porzellanhersteller BHS Tabletop wird in Nordbayern 250 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen seien alle Unternehmensbereiche von der Produktion über Logistik bis zu Vertrieb, Verwaltung und Marketing, teilte der Konzern nach einer Betriebsversammlung am Donnerstag in Selb mit.

    Die Stellenstreichungen werden bis Ende 2021 an allen drei nordbayerischen Standorten vorgenommen. Dazu zählen zwei im Landkreis Wunsiedel, nämlich in Selb und Schönwald. Außerdem ist der Standort Weiden in der Oberpfalz betroffen.

    BHS Tabletop: 1.155 Mitarbeiter in Nordbayern

    An den drei nordbayerischen Standorten sollen derzeit noch 1.155 Mitarbeiter beschäftigt sein, die meisten davon in Weiden. BHS Tabletop gilt als Weltmarktführer für Porzellan in der Gastronomie. Das von dem Unternehmen gefertigte Porzellan der Marken Schönwald, Bauscher und Tafelstern beispielsweise kommt in Hotels auf der ganzen Welt zum Einsatz.

    Porzellan: Konkurrenz meist billiger als BHS Tabletop

    Als Grund für den Abbau von Arbeitsplätzen nennt das Unternehmen die Konkurrenz aus Großbritannien, dem Mittleren Osten und aus Fernost, die meist billiger produziere. Hinzu kämen gestiegene Energiesteuern.

    Absatz in Gastronomie und Tourismus wegen Corona eingebrochen

    Außerdem sei der Absatz von Porzellan eingebrochen, da Hotels, Kantinen und Restaurants infolge der Corona-Pandemie schließen mussten und auch Kreuzfahrtschiffe und Fluggesellschaften ihren Betrieb eingestellt hatten. Wegen der Corona-Krise schickte das Unternehmen bereits im März rund die Hälfte seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit.

    "Wir sind überzeugt, dass dieser Einschnitt unumgänglich und richtig ist. Am Ende wird der heute angestoßene Veränderungsprozess die BHS Tabletop AG im Markt deutlich stärken. Sie wird gerade in Rezessions- und Krisenjahren robuster aufgestellt sein." Gerhard Schwalber, Vorstandsvorsitzender BHS Tabletop

    Wie BHS Tabletop mitteilt, soll der Abbau von rund 250 Arbeitsplätzen "möglichst sozialverträglich" geschehen. Weitere Stellenstreichungen seien vorerst nicht geplant. Die sogenannte "Umstrukturierung" des Betriebs sei nötig, um auch künftig in Nordbayern Porzellan produzieren zu können.

    BHS Tabletop erhält Millionenkredit der LfA Förderbank

    Schilderungen des Unternehmens zufolge sei der Stellenabbau unumgänglich für den Fortbestand des Unternehmens. So hätten Kredite im zweistelligen Millionenbereich sowie weitere Millionen des Gesellschafters, der Serafin Unternehmensgruppe, aufgenommen werden müssen, um die Umstrukturierung des Betriebs überhaupt angehen zu können.

    BHS Tabletop bittet Ministerpräsident Söder um Hilfe

    Auf die Kredite durch die Förderbank LfA hatte das Unternehmen seit März gewartet. BHS Tabletop hatte zuvor Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schriftlich um Hilfe in der Krise gebeten. Andersherum sei der mit der Umstrukturierung verbundene Stellenabbau nötig, um die Kredite zurückzahlen zu können.

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