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Sylvia Limmer: Europa-Abgeordnete aus dem Landkreis Kulmbach | BR24

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Sylvia Limmer von der AfD ist ins Europa-Parlament eingezogen.

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Sylvia Limmer: Europa-Abgeordnete aus dem Landkreis Kulmbach

Sylvia Limmer engagiert sich erst seit drei Jahren für die AfD. Trotzdem hat es die Oberfränkin quasi aus dem Stand geschafft, ins Plenum in Brüssel und Straßburg gewählt zu werden. Da strömt viel Neues auf die 53-Jährige ein.

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Oberfranken ist im neugewählten Europaparlament mit zwei Politikerinnen vertreten. Monika Hohlmeier aus Bad Staffelstein (Lkr. Lichtenfels) geht zum dritten Mal für die CSU nach Straßburg. Sylvia Limmer aus Presseck im Landkreis Kulmbach ist die erste Frau, die für die AfD ins Europaparlament einzieht. Im Rahmen einer Serie stellen wir die Politikerinnen vor.

AfD zweifelt Klimawandel an

Die 53-jährige Sylvia Limmer ist promovierte Biologin und Tierärztin. Im Wahlkampf hatte sie angekündigt, sie wolle sich im EU-Parlament um die Themen Klimapolitik und Umwelt- und Tierschutz kümmern. Die AfD bezweifelt bekanntlich den Klimawandel und seine Gefahren. Vor allem das Ziel, die durchschnittliche Erderwärmung bei maximal zwei Grad Celsius zu stoppen – so wie im Pariser Klimaabkommen festgelegt – sei ein künstlich erfundener Wert, so Sylvia Limmer.

Das Erdklima habe sich im Lauf der Jahrmillionen mehrfach geändert. Die Klimadiskussion sei überzogen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Heroldsberg nahe Nürnberg gut eine Woche vor der Europa-Wahl warnte Limmer vor der Klimadiskussion.

"Es geht um einen massiven Abbau unserer Arbeitsplätze. Es handelt sich um einen Wohlstandsabbau. Deutschland ist insofern massiv betroffen, weil wir gerade im oberen Autosegment tatsächlich Marktführer sind. Das heißt: Der kleine Peugeot, der überlebt vielleicht die aus Brüssel vorgegebenen CO2-Werte in den nächsten Jahren. Aber auf keinen Fall die Luxusmarken BMW und Audi, die gehen zuerst den Bach runter und dagegen habe ich massiv was." Sylvia Limmer (AfD)

Rückendeckung aus der Partei

Viel politische Erfahrung hat Limmer noch nicht. Der stellvertretende Vorsitz über den AfD-Kreisverband Bayreuth-Stadt und -Land war bislang ihr höchstes Amt. Doch bekommt die promovierte Biologin für ihre Ansichten zur Klimadebatte Zuspruch vom Landesvorsitzenden der AfD, Martin Sichert.

"Das Ganze muss alles wissenschaftlich und unaufgeregt angegangen werden. Da ist sie als Naturwissenschaftlerin genau die Richtige dafür. Was wir momentan erleben ist, dass diese Debatte extrem emotional geführt wird, dass sie sehr viel mit Angst und Panikmache geführt wird, siehe Greta Thunberg, die sagt, ich will, dass ihr alle Panik habt. Das ist nicht der Ansatz, den wir haben." Martin Sichert (AfD)

"Vernünftige Diskussion"

Sylvia Limmer betont, sie wolle eine sachorientierte Diskussion auf Basis von wissenschaftlichen und marktwirtschaftlichen Überlegungen führen, statt sich – wie sie es nennt – einer "hysterischen Klimarettung" anzuschließen. Vernünftige Vorschläge könne man sich anhören und darüber diskutieren, sagt die frisch gewählte Europa-Abgeordnete. Im EU-Parlament hat sie noch zehn weitere AfD-Abgeordnete an ihrer Seite.

Zweifel am Klimawandel: AfD in der Kritik

Diese Behauptung ist wissenschaftlich aber nicht fundiert. Forscher sind sich einig, dass der Klimawandel existiert und der Mensch dazu beiträgt. Die wissenschaftliche Zustimmung wächst seit Jahren, weil immer mehr Studien Beweise liefern. Uneinigkeit besteht allerdings über die Frage, ob der Anteil des Menschen groß oder sehr groß ist.

Weltklimarat sammelt weltweit Erkenntnisse

Maßgebliche Belege kommen vom UN-Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Der Rat, der 1988 gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst objektiv weltweit wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel zusammenzutragen und Konsequenzen für Natur, Politik und Wirtschaft zu erkennen. 195 Nationen sind Mitglied beim IPCC und 120 Organisationen beobachten ihn. Die wichtigen wissenschaftlichen Akademien unterstützen den IPCC. Wieso der IPCC besonders genau und glaubwürdig arbeitet, begründet der Klimaforscher Nicolas Gruber.

"Der IPCC zählt nicht einfach die Anzahl der Studien, die das eine oder andere sagen, sondern bewertet diese nach einem standardisierten Schlüssel. Das Endresultat ist nicht nur eine Aussage, sondern auch ein Konfidenzstatement, d.h. wie sicher oder unsicher sind wir, dass diese Aussage korrekt ist." Klimaforscher Nicolas Gruber

Bezüglich des menschengemachten Klimawandels ist die Aussage im jüngsten Bericht, dem IPCC-Klimareport 2014 eindeutig:

Die Belege für den Einfluss des Menschen auf das Klimasystem haben seit dem Vierten Sachstandsbericht des IPCC (AR4) zugenommen. Es ist äußerst wahrscheinlich, dass mehr als die Hälfte des beobachteten Anstiegs der mittleren globalen Oberflächentemperatur von 1951 bis 2010 durch den anthropogenen Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen zusammen mit anderen anthropogenen Antrieben verursacht wurde.