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"Pop Up"-Radweg in Nürnberg: Experiment gescheitert | BR24

© BR-Studio Franken/Michael Reiner

Radfahrer statt Autos: Nürnbergs erster "Pop Up"-Radweg in der Rothenburger Straße. Das umstrittene Verkehrsexperiment ist gescheitert.

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    "Pop Up"-Radweg in Nürnberg: Experiment gescheitert

    Es war ein Versuch. Und er war von Anfang an umstritten: Nürnbergs erster "Pop Up"-Radweg an der Rothenburger Straße. Im Sommer gab es dort eine extra Fahrspur nur für Radfahrer. Doch die nutzten den Weg kaum. Das Experiment ist gescheitert.

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    Der Verkehrsversuch der Stadt Nürnberg, in der Rothenburger Straße Extrafahrspuren für Radfahrer einzuführen, war nicht erfolgreich. Das geht aus dem Erfahrungsbricht der Verkehrsplaner für den Verkehrsausschuss hervor. Der erwartete Effekt sei nicht eingetreten. Der sogenannte "Pop Up"-Radweg wird abgebaut. Der Versuch ist beendet, das Experiment gescheitert.

    Längster provisorischer Radstreifen Deutschlands

    Auf der vierspurig ausgebauten Rothenburger Straße, einer Ausfallstraße im Westen der Stadt, wurde jeweils eine Fahrspur pro Richtung für den Radverkehr reserviert. Die Autofahrer mussten sich folglich mit nur einer Fahrspur begnügen. Dieser sogenannte "Pop Up"-Radweg hatte eine Länge von rund 1,2 Kilometer. Er war damit nach Informationen der Stadt Nürnberg einer der längsten provisorischen Radstreifen in Deutschland, die in diesem Sommer in vielen Städten eingerichtet worden waren.

    Maximal 700 Radler pro Tag

    Mehrere Verkehrszählungen haben ergeben, dass weniger Radfahrer als vorhergesehen den "Pop Up"-Weg genutzt haben. Es seien auf der Strecke zu Beginn des Versuchs 300 Radler pro Tag unterwegs gewesen. Die Zahl habe sich im Verlauf auf 700 Radfahrerinnen und Radfahrer gesteigert. Zu wenige. Denn angestrebt war ein Wert von 800 bis 1.000 Radfahrern am Tag, heißt es in dem Bericht. Ein weiteres Resultat war, dass der Autoverkehr beeinträchtigt wurde und sich die Autofahrer alternative Routen gesucht haben. Auch bei einer Buslinie kam es im Schülerverkehr regelmäßig zu deutlichen Verspätungen.

    Ausbau von Teilstücken bringt wenig

    Fazit des Versuchs: Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Der Radverkehr hat sich nicht auf die neue Route verlagert und die Zahl der Radfahrenden hat sich nicht spürbar erhöht, heißt es in dem Bericht. Spezielle Radspuren seien nur dann sinnvoll, wenn sie eine durchgängige Radschnellweg-Verbindung von der Innenstadt über die Stadtgrenzen hinweg ins Umland bieten. Solange nur Teilstücke ausgebaut würden, das Radwege-Netz an anderen Stellen jedoch noch Lücken aufweise, würden Radfahrer die Strecken nicht vermehrt nutzen.

    Experiment war günstiger Verkehrstest

    Trotzdem sei das Experiment nicht umsonst gewesen. Die Verkehrsplaner schreiben, dass sie auf diese Weise komplexe Verkehrssituationen bei geringen Kosten testen konnten.

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