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Bildrechte: BR/Barbara Leinfelder

Die Angeklagten und ihr Anwalt im Gerichtssaal

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    Polizisten gebissen: Bewährung für Augsburger Wirtsfamilie

    Eine Wirtin und ihre Mutter sind nach Angriffen auf die Polizei jeweils zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nach einer Corona-Kontrolle hatte die 32-Jährige einen Polizisten gebissen, ihre Mutter attackierte eine Polizistin.

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    Von
    • Barbara Leinfelder
    • Matthias Lauer

    Nach einer heftigen Auseinandersetzung wegen der Corona-Regeln mit dem Ordnungsamt und der Polizei inklusive Beiß-Attacke ist eine Wirtin am Montag zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Mutter der 32-Jährigen habe eine ebensolche Strafe erhalten, berichtete eine Gerichtssprecherin nach dem Urteil. Die Verteidiger, die Staatsanwaltschaft und das Gericht hätten sich auf das Strafmaß verständigt.

    Verkaufsverbot: Wutausbrüche und Angriffe auf Polizisten

    Die Inhaberin einer Café-Bar in Augsburg und ihre 63 Jahre alte Mutter hatten laut Anklage mehrere Polizisten beleidigt, geschubst, geschlagen und sogar gebissen. Anlass sei gewesen, dass der Augsburger Ordnungsdienst eine Menschenansammlung in der Innenstadt auflösen wollte, um Infektionen zu vermeiden.

    Kontrolleure kritisieren laute Musik und Verkauf von To-Go-Getränken

    Der Fall geht zurück auf den Mai vergangenen Jahres, die ersten schönen Tage, viele zieht es raus, trotz Corona-Beschränkungen. Die Wirtin freut sich, dass das Geschäft in der Augsburger Maxstraße wieder anzieht. Sie verkauft Cocktails und Getränke to go - allerdings auch dann noch, als das Ordnungsamt sie anweist, die Musik leiser zu drehen und den Verkauf einzustellen.

    Ohrfeige für Polizistin, Drohungen und Biss ins Bein

    Als die Polizei hinzugerufen wird, gibt es Stress, die Mutter der Wirtin ohrfeigt laut Anklage eine Polizistin, ihre Tochter droht einer Beamtin und wird daraufhin zu Boden gebracht, sie schlägt um sich. Die 32-Jährige selbst beißt einem Polizisten tief ins Bein. Weil viele angetrunkene Partygänger dazu kommen, wird Verstärkung angefordert. Erst durch weitere Streifenbesatzungen kann die Lage beruhigt werden.

    Webvideo zeigt brutale Attacken

    Das Gericht sichtete auch Handyvideos aus dem Netz, die Umstehende aufgenommen hatten und die seither im Web kursieren. Zu sehen ist deutlich, wie die Mutter der Wirtin erst eine Beamtin schlägt und später dann die Polizistin brutal am Pferdeschwanz wegziehen will, als die ihre Tochter am Boden hält. Außerdem sieht man, wie der Beamte, der vorher gebissen worden war, anscheinend auf eine der festgenommenen Frauen einschlägt. Deutlich wird auch, wie explosiv die Lage auf einmal wird, weil Umstehende sich einmischen. Rufe wie "Polizeigewalt" werden laut. Ein Beamter sagt im Zeugenstand aus, dass mehrere Becher auf ihn geflogen seien. Mehreren Streifenwagen seien nötig gewesen, um die Lage zu sichern, so der Polizist.

    Tränenreiche Entschuldigungen

    Im Gerichtssaal waren beide Frauen am Montag sichtlich angespannt, beide haben geweint und nach einer Pause dann über eine Erklärung des Anwalts alles zugegeben und sich entschuldigt. Die Erklärung war kurz und blieb ohne weitere Begründung.

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