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Polizisten führen Passauer Studenten im Hörsaal ab | BR24

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Bildrechte: BR/Lars Martens

Polizei-Einsatz im Passauer Audimax

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    Polizisten führen Passauer Studenten im Hörsaal ab

    An der Passauer Uni sind gestern Abend Demonstranten aus einem Hörsaal von Polizisten abgeführt worden. Sie hatten eine Diskussion durch übertriebenen Applaus und Jubel gestört - immer dann, wenn der AfD-Politiker Stefan Möller das Wort erhielt.

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    Stefan Möller ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag und war auf das Podium in Passau eingeladen worden, um zum Thema "Die 4. Gewalt - Die Macht der Medien" mitzudiskutieren.

    Nachdem der lautstarke Protest der etwa 20 Studierenden nicht nachließ und eine Diskussion unmöglich machte, erteilte der Kanzler der Universität Passau, Achim Dilling, den Beteiligten Hausverbot. Die jungen Frauen und Männer blieben aber auf ihren Plätzen sitzen. Auch auf die Mehrheit der übrigen Studierenden, die die Diskussion inhaltlich verfolgen wollten, hörten die Protestierenden nicht. Letztlich schaltete der Kanzler der Universität die Polizei ein, um das ausgesprochene Hausverbot durchzusetzen. Rund 20 bewaffnete Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei betraten daraufhin den größten Hörsaal der Uni, um die beteiligten Studierenden nach langem Zureden einzeln hinauszuführen.

    Diskussion ging weiter

    Die Ermittlungen dauern an. Es ist noch nicht bekannt, ob die Universität Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellen will. Insgesamt war das Audimax mit mehr als 500 Besuchern voll besetzt. Sie verfolgten die zweistündige Diskussion nach dem Zwischenfall interessiert und diskutierten in einer Fragerunde am Ende aktiv mit.

    Schon vorab zeichnete sich Zwist ab

    Bereits im Vorfeld hatte die linke Hochschulgruppe "LUKS" die Einladung des AfD-Politikers an die Uni Passau öffentlich kritisiert. Die Universitätsleitung unterstützte hingegen die Organisatoren der Politiktage: Man müsse, gerade an einer Universität, demokratisch und offen diskutieren können.