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Polizist soll krebskranken Mann um 80.000 Euro gebracht haben | BR24

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Bildrechte: Caroline Hasenauer

Vor dem Würzburger Amtsgericht steht heute ein Polizeibeamter, der einen Krebskranken pflegte. Der Angeklagte soll seinem Opfer vorgegaukelt haben, er brauche die insgesamt 80.000 Euro für ein teures Medikament und ein medizinisches Zweit-Gutachten.

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Polizist soll krebskranken Mann um 80.000 Euro gebracht haben

Vor dem Würzburger Amtsgericht steht heute ein Polizeibeamter, der einen Krebskranken pflegte. Der Angeklagte soll seinem Opfer vorgegaukelt haben, er brauche die insgesamt 80.000 Euro für ein teures Medikament und ein medizinisches Zweit-Gutachten.

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  • Carolin Hasenauer

Der 42-jährige Angeklagte soll einen krebskranken Mann unter falschem Vorwand dazu veranlasst haben, ihm 57.000 Euro in bar sowie weitere 26.500 Euro per Überweisung zu geben - insgesamt flossen also 81.500 Euro in die Taschen des angeklagten Polizeibeamten. Der Krebskranke vermietete eine Einliegerwohnung in seinem Haus in Helmstadt an den Angeklagten. Die beiden kannten sich schon seit 1998. Laut Anklage habe der Polizist das Vertrauensverhältnis ausgenutzt.

Angeklagter sorgte für Krebskranken

Möglich sei das gewesen, teilt der Sprecher des Amtsgerichts Würzburg mit, weil der krebskranke Mann dem Angeklagten im August 2017 eine Vorsorge- und dann sogar eine Kontovollmacht erteilt hatte. Er sorgte dafür, dass der Kranke seine Medikamente nahm und der Pflegedienst funktionierte. Der Angeklagte habe "bewusst wahrheitswidrig" seinem Opfer vorgemacht, das Schmerzmittel sei für eine Chemotherapie gedacht, heißt es in der Anklageschrift. Der Polizist soll dem Kranken außerdem vorgegaukelt haben, er brauche das Geld für die Pflege- und Krankenkasse. Tatsächlich soll der heute 42-Jährige das Geld aber für sich behalten haben. Als Gegenleistung für die unentgeltliche Hilfe räumte der Krebskranke dem Angeklagten ein Wohnrecht und ein Vorkaufsrecht an seiner Immobilie ein.

Ermittler fanden außerdem Drogen

Darüber hinaus ist der Mann wegen des Kaufs von 200 Gramm Marihuana und des Besitzes von 170 Gramm Haschisch angeklagt. Für den Prozess vor einem Schöffengericht sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Der Polizeibeamte ist aktuell vom Dienst enthoben. Den Drogenmissbrauch gab er zu, die anderen Anklagepunkte bestritt er. Der todkranke Geschädigte verstarb Anfang 2018, kurz zuvor konnte er noch vernommen werden. Ein Urteil könnte am 18. November fallen.

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