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Polizist aus Franken soll Kinderpornografie besessen haben | BR24

© BR/Pirmin Breninek
Bildrechte: BR/Lisa Hinder

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage: Sie wirft einem 26-Jährigen aus Oberfranken vor, Kinderpornografie besessen haben. Außerdem soll der Polizist heimlich Nacktaufnahmen von Frauen angefertigt haben, nach BR-Informationen etwa in Unterfranken.

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Polizist aus Franken soll Kinderpornografie besessen haben

Weil er Kinderpornografie besessen haben soll, muss sich ein Polizist aus Oberfranken von kommender Woche an vor Gericht verantworten. Zudem soll der 26-Jährige nach BR-Informationen heimlich Nacktaufnahmen von Frauen angefertigt haben.

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Von
  • Pirmin Breninek
  • Richard Padberg

Ein 26 Jahre alter Polizist muss sich kommende Woche vor dem Amtsgericht Lichtenfels verantworten. Der Vorwurf: Besitz von Kinderpornografie. Zudem werfen die Ermittler dem Mann aus Oberfranken vor, heimlich Nacktaufnahmen von überwiegend jungen, erwachsenen Frauen angefertigt zu haben. Ein Teil der Aufnahmen soll nach Angaben des Amtsgerichts Lichtenfels auch in Räumlichkeiten der Polizei aufgenommen worden sein, nach BR-Informationen etwa auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Würzburg.

Vorwurf: Angeklagter besaß über 300 kinderpornografische Dateien

Nach Angaben der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg sind bei einer Durchsuchung insgesamt etwa 300 kinderpornografische Bilder und 74 Videoaufnahmen aufgetaucht, die nun zur Anklage kommen. Demnach stehen in der Anklage außerdem 13 Fälle, in denen der Beschuldigte offensichtlich ohne Erlaubnis der Geschädigten Nacktaufnahmen von ihnen angefertigt haben soll.

Die Bilder der Frauen soll der Angeklagte etwa in privaten Räumen, wie Schlaf- und Badezimmern hergestellt haben. Nach Angaben der Zentralstelle Cybercrime befinden sich aber auch eine Therme und ein Kloster, das für Tagungen genutzt wird, unter den möglichen Tatorten.

Teil der mutmaßlichen Taten wohl verjährt

Die Vorwürfe, die sich auf dem Würzburger Polizeigelände zugetragen haben sollen, bestätigte ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime auf Anfrage nicht. Zumindest würden sie nun nicht zur Anklage kommen. Diese Fälle sollen nach BR-Informationen inzwischen verjährt sein.

Laut Gesetz können derartige "Eingriffe in den höchstpersönlichen Lebensbereich" nach fünf Jahren strafrechtlich nicht mehr belangt werden. Auch das Amtsgericht in Lichtenfels wollte zunächst keine näheren Angaben machen, welche Polizeigebäude tatsächlich als mögliche Tatorte in Frage kommen.

Prozess von Lichtenfels nach Coburg verlegt

Wie das Amtsgericht weiter mitteilt, wird der Prozess aus Platzgründen voraussichtlich nach Coburg, in einen größeren Sitzungssaal verlegt werden. Die Verhandlung gegen den Beschuldigten findet vor dem Jugendschöffengericht statt. "Wegen seines Alters", wie ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime sagt. Der Angeklagte galt zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten noch als Heranwachsender, war also unter 21 Jahre alt. Das Gericht kann in solchen Fällen entscheiden, ob es nach Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht urteilt.

Im Falle einer Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht droht für die heimlichen Nacktaufnahmen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Für den Besitz von Kinderpornografie liegt der Strafrahmen nach Erwachsenenstrafrecht bei drei Monaten bis fünf Jahren Gefängnis.

Beschuldigter Polizist nicht mehr im Dienst

Wie das Amtsgericht mitteilt, befand sich der Angeklagte nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Inzwischen sei er allerdings wieder auf freiem Fuß. Auch das Polizeipräsidium Oberfranken bestätigte auf Anfrage, dass Ermittlungen gegen den Beamten laufen. Wegen des noch nicht abgeschlossenen Verfahrens könne man sich zunächst allerdings nicht näher äußern. Die Pressestelle der unterfränkischen Polizei verwies auf Anfrage an die Kollegen in Oberfranken.

Auf die Frage, ob der Polizist weiter im Dienst ist, antwortete das Präsidium in Bayreuth: "Die Person darf derzeit keinen Dienst mehr leisten."

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